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Beitragsreihe Medizin

Prof. Dr. Peter Walter

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Besonderheiten und Schlußbemerkung

Die medizinischen Studiengänge bieten ein naturwissenschaftlich orientiertes und sehr breit gefächertes Studium mit unterschiedlichem Praxisbezug und der Hauptmotivation, die Situation von Kranken zu verbessern.
Die Studiengänge dauern mindestens fünf Jahre, an die sich dann weitere Qualifikationsmaßnahmen von zwei bis sechs Jahren anschließen (z.B. Facharztausbildung).



Zahnmedizin



Das Studium umfasst fünf Jahre und besteht aus einem vorklinischen Teil von fünf Semstern und einem klinischen Teil von fünf Semestern. Es werden eine naturwissenschaftliche Vorprüfung, eine zahnärztliche Vorprüfung und eine zahnärztliche Prüfung abgehalten. Im Unterschied zu den Prüfungen in der Medizin erfolgen die Prüfungen in der Zahnmedizin praktisch-mündlich. Zu den naturwissenschaftlichen Fächern gehören die Biologie, darunter Zoologie, sowie Physik und Chemie.



Die Studierenden der Zahnmedizin müssen einige Veranstaltungen der Mediziner absolvieren, darunter Kurse in Anatomie, Histologie, Physiologie und physiologischer Chemie. Hinzu kommen Kurse in Materialkunde, Zahntechnik sowie Phantomkurse zum Zahnersatz, zu Hygiene und medizinischer Mikrobiologie, zur Berufskunde und Geschichte der Medizin. Die spezifischen zahnärztlichen Themen sind die Zahnheilkunde, die Kieferorthopädie, die Zahn-, Mund- und Kieferchirurgie, die Zahnerhaltungskunde mit umfassender Primärprophylaxe, Kariologie, Endodontologie, Parodontologie und die Kinderzahnheilkunde sowie die Zahnersatzkunde und Kieferorthopädie.



Die Tätigkeit als Zahnarzt erfolgt zum allergrößten Teil als selbständige niedergelassene Zahnärzte, als angestellte Zahnärzte an einer größeren Praxis, seltener als Zahnärzte an Kliniken oder öffentlichen Gesundheitseinrichtungen. Die Verdienstmöglichkeiten können als recht gut gelten. 92 Prozent der Absolventen sind als Zahnärzte beschäftigt.



Tiermedizin



Das Studium der Tiermedizin kann in Deutschland nur an wenigen Standorten erfolgen. Die Studiendauer beträgt elf Semester. Die Ausbildung setzt sich aus einem umfangreichen wissenschaftlich-theoretischen Abschnitt von vier Jahren, praktischen Ausbildungen, dem Praktischen Jahr im fünften Jahr und einem Prüfungssemester. Die praktischen Ausbildungsteile müssen teilweise in der Landwirtschaft, einer Tierarztpraxis, einer Tierklinik, in der Lebensmittelüberwachung, der Schlachttier- und Fleischuntersuchung sowie im öffentlichen Veterinärwesen durchgeführt werden. Es werden eine tierärztliche Vorprüfung und die tierärztliche Prüfung abgehalten.



Die Möglichkeiten als selbständiger niedergelassener Tierarzt zu arbeiten, sind begrenzt. Daher weichen viele Absolventen auf Forschungsstellen aus, auf Angebote in der Industrie oder im öffentlichen Veterinärwesen. Gerade im Groß- und Nutztierbereich gibt es noch einen gewissen Nachholbedarf. Auffällig ist, dass 90 Prozent der Studienanfänger Frauen sind, die Verteilung der später arbeitenden Tierärztinnen und -ärzte aber nahezu 1:1 ist, was möglicherweise dafür spricht, dass viele Abiturientinnen ein falsches Bild vom Beruf haben.



Schlußbemerkung



Die medizinische Ausbildung dauert recht lange, allerdings sind die arbeitszeitlichen Belastungen geringer geworden. Die Arbeitsmöglichkeiten in diesen Fächern sind außerordentlich vielfältig und erstrecken sich weit über den diagnostischen und kurativen Kernbereich hinaus. Die beruflichen Chancen können bei guten Verdienstmöglichkeiten als sehr gut gelten. Schulabsolventen, die Freude an den Lebenswissenschaften haben und einen Bezug zu Mitmenschen herstellen können, junge Leute, die wissbegierig sind (es gibt da nämlich viel zu lernen!) und die sich gesellschaftlich einbringen wollen, haben in diesen Studiengängen und während der anschließenden beruflichen Tätigkeit eine tolle und äußerst befriedigende Möglichkeit sich zu engagieren und sich weiter zu entwickeln.


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Prof. Dr. Peter Walter

Peter Walter ist Professor für Augenheilkunde, Direktor der Augenklinik des Universitätsklinikums Aachen und Prodekan der Medizinischen Fakultät der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen.

Augenklinik der RWTH Aachen

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