Campus
 
Studium Archäologie Studium Biologie Studium Chemie Studium Geowissenschaften Studium Mathematik Studium Medizin Studium Physik Studium Psychologie Studium Technik

Beitragsreihe Medizin

Prof. Dr. Peter Walter

Vorheriger Artikel 1/3 Nächster Artikel

Medizin – Zahnmedizin - Tiermedizin

In der Medizin geht es vor allem um die Behandlung von Kranken. Es handelt sich um ein sehr altes Fach, dass die Menschen in allen Kulturen seit ihrer Existenz bewegt hat und bewegt. Im Laufe der wechselvollen Geschichte des Faches hat sich in den meisten Ländern eine stark naturwissenschaftlich geprägte Medizin durchgesetzt.

Medizin – Zahnmedizin - Tiermedizin
Das Studium der Medizin Besonderheiten und Schlußbemerkung
Diese beruht einerseits auf der Kenntnis der anatomischen und physiologischen Grundlagen des Körpers, berücksichtigt andererseits die chemischen und physikalischen Grundprinzipien unserer Welt und des Lebens als solchem. Die Motivation zum Studium der Medizin kommt daher ursprünglich aus dem Wunsch zu heilen. Um hier erfolgreich zu sein, muss man verstehen, wie der Körper normalerweise funktioniert (Anatomie, Physiologie), wie es zu Krankheiten kommt (Pathophysiologie), wie der Körper auf Krankheiten reagiert (Pathologie), wie man diese erkennt (Diagnostik) und zuletzt, wie man sie behandelt (Therapie). Medizin besteht daher aus einer Vielzahl von Subdisziplinen, die in ihrer Gesamtheit die Ausbildung zum Arzt (Humanmedizin), zum Tierarzt (Tiermedizin) oder zum Zahnarzt (Zahnmedizin) erlauben.



Tätigkeitsprofile



Die meisten Absolventen eines Medizinstudiums werden anschließend als praktisch tätige Ärztinnen oder Ärzte arbeiten. Der erfolgreiche Abschluss des Studiums führt dann zur Berufserlaubnis (Approbation) als Arzt oder Ärztin. Die Tätigkeit kann man selbstständig in freier Praxis ausüben oder als angestellter Arzt. An das Medizinstudium schließt sich bei vielen Absolventen eine Weiterbildungszeit an, in der sie als Assistenten in einer Fachabteilung eines Krankenhauses oder anderen Struktur des Gesundheitswesens beschäftigt sind. Mit dem Abschluss der Weiterbildungszeit wird dann in der Regel nach einer entsprechenden Prüfung eine Facharztbezeichnung erworben, die dann beispielsweise die Niederlassung als Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenerkrankungen erlaubt. Das Pendant des spezialisierten Facharztes ist der Arzt für Allgemeinmedizin, sozusagen der Hausarzt, der die Basisversorgung gewährleisten soll und der für die meisten Krankheitsfälle der primäre Ansprechpartner sein soll.



Neben der Tätigkeit in freier Praxis, also als niedergelassener Arzt kommt aber auch der Tätigkeit in Krankenhäusern oder anderen Strukturen des Gesundheitswesens eine große Bedeutung zu. Schließlich schlagen einige Absolventen aber auch andere Wege ein, etwa die Tätigkeit als forschender Arzt bei einem Industrieunternehmen oder einer Forschungsinstitution. Da das Medizinstudium ein sehr vielfältiges Studium ist, dass auch Aspekte wie etwa der Grundlagenforschung, der Gesundheitsökonomie, der Medizinpublizistik und des Medizinrechts beinhaltet, bestehen Karrieremöglichkeiten auch abseits der üblichen diagnostischen und therapeutischen Tätigkeit.



Tätigkeitswege nach dem Studium
Tätigkeitswege im Anschluss an das Studium der Humanmedizin




Karrierechancen



Der Gesundheitsmarkt unterliegt einem starken politisch und gesundheitsökonomisch motivierten Wandel. Die bisher stark getrennten Bereiche der ambulanten und stationären Medizin werden durchmischt, es entstehen neue Versorgungsstrukturen neben den klassischen Krankenhäusern auf der einen Seite und den Praxen auf der anderen Seite. Zu solchen neuen Strukturen gehören Praxiskliniken, große Ambulanzzentren und Medizinische Versorgungszentren. Derzeit bestehen für Ärztinnen und Ärzte sehr gute Beschäftigungschancen. Möglicherweise ist eine Beschäftigung im Anschluss an das Studium vielleicht nicht am Wunschort oder vielleicht auch nicht im ersten Wunschfach möglich. Es bieten sich aber oft noch Wechselmöglichkeiten im Laufe der Ausbildung.



Mobiliät ist ein wichtiges Thema und gehört zu den Voraussetzungen für eine erfolgreiche Karriere. Die Zahl der erwerbstätigen Absolventen eines Medizinstudiums liegt bei ca. 90 Prozent bei gleichzeitig zahlreichen offenen Stellen. Die Verdienstmöglichkeiten sind aufgrund der enger werdenden Rahmenbedingungen der Gesundheitsökonomie sicher nicht mehr so wie vor 30 Jahren zu sehen. Die Spielräume sind wesentlich kleiner geworden. So sind die Punktwerte für ärztliche Leistungen kontinuierlich abgewertet worden und auch die Möglichkeiten der Privatliquidation sind deutlich eingeschränkt. Angestellte leitende Ärzte geben zum Teil ihre Privatliquidation an den Arbeitgeber ab. Die Gehälter basieren in derartigen Angestelltenverhältnissen auf leistungsorientierten Zielvereinbarungen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Ob man sein persönliches Gehalt als leistungsgerecht empfindet, hängt von einer sehr individuellen Sichtweise ab.



Tätigkeit als Klinikarzt, Arbeitszeitgesetz



Die meisten Absolventen eines Medizinstudiums werden nach dem Examen zunächst als angestellte Ärzte in einem Krankenhaus arbeiten und hier oft eine Weiterbildungszeit beginnen. Die Tätigkeit in der klinischen Medizin war bis vor einigen Jahren durch eine hohe Belastung in Form von langen Arbeitszeiten mit vielen Bereitschaftsdiensten gekennzeichnet, die auch nicht immer gerecht bezahlt worden sind. Es war keine Seltenheit, am Tag seines Dienstes um 8:00 Uhr zu beginnen, um dann in der Regel bis 16:00 Uhr zu arbeiten. Dienstschluß war um 18:00 Uhr. Der Bereitschaftsdienst dauerte dann die ganze Nacht und am Folgetag hat man bis 16:00 Uhr weitergearbeitet. Auf diese Weise hat man leicht über 32 Sunden am Stück arbeiten müssen. Dazu kommt die Abdeckung der Wochenenden.



Mit der Einführung und schrittweisen Umsetzung neuer Arbeitszeitbestimmungen sind derartige Belastungen nicht mehr gesetzeskonform. Die Tätigkeit findet heute eher in 8-stündigen Schichtdiensten statt, am Wochenende meist als 12-Stundenschichten mit entsprechendem Freizeitausgleich. Die Dienstvergütung fällt dadurch meistens weg, insofern bedeutet die geringere zeitliche Belastung durch die neuen gesetzlichen Bestimmungen andererseits aber auch eine Einbuße der Verdienstmöglichkeiten. Die Bezahlung der Assistenzärzte unterliegt den für die jeweilige Beschäftigungsstelle geltenden Tarifregeln. So gilt für die Universitätskliniken etwa der TV-Ä für Ärzte, die in der Krankenversorgung arbeiten und der TV-L, der den BAT abgelöst hat, für Ärzte in der Wissenschaft.



Entscheidet man sich nach der Weiterbildungszeit zu einer Tätigkeit an einer Klinik, so wird in der Regel eine Oberarzttätigkeit angestrebt, die einem in gewissen, durch den Chefarzt definierten Grenzen die Möglichkeit eigenständiger Arbeit bietet. Die operative oder interventionelle Tätigkeit ist heute nicht mehr unbedingt an eine Tätigkeit am Krankenhaus gebunden. Zahlreiche Operationen und Interventionen werden heute ambulant durchgeführt, so dass auch an Praxen mit entsprechender Infrastruktur eine derartige Tätigkeit möglich ist. Tatsächlich entscheiden sich heute viele gut ausgebildete Oberärzte für einen solchen Weg, der ihnen eine größere Freiheit in der Gestaltung ihrer Tätigkeit gibt. Aber auch an den Kliniken gibt es für gute Leute große Herausforderungen und Chancen. An den Universitätskliniken etwa verbindet man die klinische Tätigkeit mit der Studentenausbildung und der klinischen oder grundlagenorientierten Forschung. Gerade in diesem Bereich stellt sich die Tätigkeit des Arztes als höchst abwechslungsreich und spannend dar.


Vorheriger Artikel 1/3 Nächster Artikel

Bewertung


Bewertung 35 von 40 Basierend auf 2 Bewertungen.

Kommentare



Kommentare sind zur Zeit deaktiviert.

Prof. Dr. Peter Walter

Peter Walter ist Professor für Augenheilkunde, Direktor der Augenklinik des Universitätsklinikums Aachen und Prodekan der Medizinischen Fakultät der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen.

Augenklinik der RWTH Aachen

Ein Projekt von


© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH Impressum Kontakt