Campus
 
Studium Archäologie Studium Biologie Studium Chemie Studium Geowissenschaften Studium Mathematik Studium Medizin Studium Physik Studium Psychologie Studium Technik
Psychologie

Beitragsreihe Psychologie

Prof. Dr. Klaus Fiedler

Vorheriger Artikel 1/3 Nächster Artikel

Aufbau und Umfang des Psychologie-Studiums

Psychologie gehört seit vielen Jahren zu den am meisten nachgefragten Studiengängen. Dies hat (mindestens) zwei Gründe. Zum einen interessieren sich offenbar viele junge Leute für dieses Fach bzw. für einen psychologischen Beruf. Zum anderen garantiert eine bundesweit einheitliche Rahmenprüfungsordnung eine intensive Betreuung in vielfältigen Seminaren, Übungen und Praktika.
Um diese Ausbildung zu gewährleisten, wird die Zahl der Studienplätze durch einen recht strengen “Numerus Clausus“ niedrig gehalten. In den letzten Jahren war stets ein Notendurchschnitt besser als 2 nötig, um durch das Abiturzeugnis einen Studienplatz in Psychologie zu bekommen. Nähere Angaben zu den Eingangsvoraussetzungen finden Sie bei der Zentralen Vergabestelle für Studienplätze in Dortmund. An diese Stelle müssen auch Bewerbungen geschickt werden.



Seit einiger Zeit kann man sich jedoch auch direkt bei den Universitäten bewerben und, wenn man eine Eingangsprüfung besteht, auch mit einem weniger guten Notenschnitt einen Studienplatz erreichen.



Fast jede deutsche Universität sowie viele schweizerische und österreichische Hochschulen bieten Psychologie im Hauptfach an. Man kann also an weit über 30 deutschsprachigen Universitäten Psychologie studieren, traditionell in einem Diplom-Studiengang mit einer Regelstudienzeit von fünf Jahren. Erfolgreiche Absolventen des Studiums wurden daher Diplom-Psychologin bzw. Diplom-Psychologe.



Gegenwärtig befinden wir uns jedoch in einem allgemeinen Umbruch. Der lange Zeit gültige und sehr erfolgreiche Diplom-Studiengang wird unter dem politischen Druck der Vereinheitlichung der europäischen Hochschul-Ausbildung (“Bologna-Abkommen“) bundesweit durch ein zweistufiges Curriculum ersetzt. Künftig wird an allen deutschen Hochschulen ein dreijähriges Bachelor-Studium angeboten werden, an das ein zweijähriges Masters-Studium angeschlossen werden kann. Ein Masters-Abschluss beruht also weiterhin auf einer fünfjährigen Ausbildung. Ein Bachelor-Abschluss verlangt nur drei Jahre Studienzeit. Ob dies ausreicht, um im Wettbewerb des Arbeitsmarktes zu bestehen und um einen Beruf auf dem neusten Stand der psychologischen Erkenntnisse ausüben zu können - darüber liegen bisher keine Erfahrungen vor. Professorinnen und Professoren empfehlen in jedem Falle, ein “Masters“ auf den “Bachelor“ aufzubauen, um den wachsenden Bildungsanforderungen gerecht zu werden.



Alle Universitäten, in denen man Psychologie im Hauptfach studieren kann, bieten nach einem erfolgreichen Studium auch die Möglichkeit einer Promotion zum Dr. phil oder zum Dr. rer nat an, je nachdem, ob die Psychologie an der betreffenden Universität einer geistes- oder naturwissenschaftlichen Fakultät angehört. Eine Promotion und ein Doktor-Titel sind obligatorisch, wenn man eine Karriere in Wissenschaft und Forschung anstrebt. Aber auch für künftige Berufs-Praktiker kann eine Promotion sinnvoll und vorteilhaft sein.



Grundlegende Inhalte des Psychologie-Studiums



Themen und Teilgebiete
Überblick über die Themen und Teilgebiete des Psychologie-Studiums
Im Vergleich mit vielen anderen Fächern ist das Studium der Psychologie inhaltlich sehr vielfältig und abwechslungsreich. Sie ist aufgefächert in viele Teilgebiete, die sich oft mit ganz verschiedenartigen Problemen befassen. Dies macht das Fach zwar einerseits sehr interessant und abwechslungsreich. Dies stellt jedoch auch eine beachtliche Anforderung an die Selbständigkeit der Studierenden dar, die sich in der breiten Fülle des Faches eine Spezialisierung und ein eigenes Profil suchen müssen. Hierin liegt ein Schlüssel für ein erfolgreiches Studium. Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über Themen und Teilgebiete, die zum Psychologie-Studium gehören.



Vertiefungsmöglichkeiten
Vertiefungsmöglichkeiten im Psychologie-Studium
Vertiefungen im Psychologie-Studium



Diese grundlegenden Themen der Psychologie stellen obligatorische Inhalte in der ersten Phase jedes Psychologie-Studiums dar. Im weiteren Verlauf des Studiums kommen dann angewandte Disziplinen und Vertiefungen hinzu. Diese Themen können nicht alle mit der gleichen Tiefe und Intensität studiert werden. Studierende müssen sich auf einige dieser Fächer konzentrieren. Auch Universitäten bieten nicht jedes dieser Themen im selben Umfang an.



Lehrpläne des Psychologie-Studiums



Die Lehrpläne und Prüfungsordnungen, in denen das Lehrangebot der einzelnen Universitäten genauer geregelt ist, weisen einige Unterschiede auf, ähneln sich aber insgesamt recht stark. Insbesondere gehören zu jedem Psychologie-Studium:
  • Vorlesungen, die einen Überblick über die Teilgebiete geben

  • Übungen, vor allem in methodischen Fächern, in denen Studierende die Inhalte wiederholen, einüben und übertragen

  • Seminare, in denen Studierende selbst Originaluntersuchungen in Zeitschriften lesen, als Referat vortragen und kritisch diskutieren

  • Empirische Praktika, in denen Studierende selbst kleine wissenschaftliche Experimente oder Studien durchführen und dabei praktisches und methodisches Know-how erwerben

  • Berufspraktika über mehrere Wochen oder gar Monate, in denen Studierende die praktische Arbeit im Beruf kennen lernen

  • Schriftliche Prüfungen in Form von Tests oder Klausuren

  • Sowie - ganz zentral - eine eigene größere Studienarbeit (Diplom-, Bachelor-, Masterarbeit), die in der Regel auf einer eigenen empirischen Untersuchung beruht sowie einer eigenen Datenauswertung und Dokumentation

Ein Tipp: Besuchen Sie doch einfach einmal eine Universität in Ihrer Nähe und setzen Sie sich in eine Vorlesung oder ein Seminar. Sie sind sicher willkommen ...



Andere wissenswerte Aspekte des Psychologie-Studiums



Übrigens, die folgenden Merkmale des Psychologie-Studiums dürften weniger bekannt, für die Wahl eines Studienfaches aber nicht unwichtig sein. Sie sollten wissen,
  • dass Psychologie inhaltlich und methodisch viel näher zu den Naturwissenschaften als zu den Geisteswissenschaften steht, weil empirische Forschung und Methodik im Vordergrund steht;

  • dass die wichtigste Literatur fast ausschließlich in englischer Sprache vorliegt, so dass man als Nebenprodukt eines Psychologie-Studiums unweigerlich sehr gute Englischkenntnisse erwirbt;

  • dass man auch eine Reihe anderer Fähigkeiten und Fertigkeiten durch das Psychologie-Studium erwerben kann, wie zum Beispiel Programmieren, moderne Software-Kenntnisse, Elektronik, Video- und Multi-Media-Verfahren, Statistik und Datenanalyse, Gutachtenschreiben oder auch Schlüssel-Kompetenzen wie Kritikfähigkeit, wirksame Dokumentation und Präsentation;

  • dass man ein Studium hierzulande mit einen attraktiven Auslandsaufenthalt verbinden kann;

  • dass über 70 Prozent der Studierenden in Psychologie Frauen sind.


Vorheriger Artikel 1/3 Nächster Artikel

Bewertung


Bewertung 38 von 40 Basierend auf 33 Bewertungen.

Kommentare


03.10.2012 von Katharina Wähler
Super, dass auf die positiven Nebeneffekte hingewiesen wird. Ich habe dies tatsächlich zum Großteil nicht gewusst, allerdings geahnt.
29.06.2010


Kommentare sind zur Zeit deaktiviert.

Prof. Dr. Klaus Fiedler

Klaus Fiedler ist Professor für Sozialpsychologie am Psychologisches Institut der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Psychologisches Institut, Uni Heidelberg

Ein Projekt von

Literatur

Allgemeine Psychologie
"Eine umfassende Darstellung des Faches, gut aufbereitet - Kompliment!"

Atkinson und Hilgards Einführung in die Psychologie
Die ganze Psychologie in einem Lehrbuch!


© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH Impressum Kontakt