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Beitragsreihe Zoologie

Prof. Dr. Dr. h.c. Randolf Menzel

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Das Studium der Zoologie

Wer gerne bei Wind und Wetter auf Vogelpirsch geht oder mit dem Planktonnetz nach den Kleinlebewesen in Teichen fischt, um sie sich dann im Mikroskop anzuschauen, wird sich auch für die wissenschaftliche Zoologie interessieren.
Aber nicht nur Naturmenschen sind prädestiniert für diesen Studiengang. Auch wen die großartigen Endeckungen der Molekularbiologie und der Neurobiologie begeistern, den wird die Zoologie an der Universität gefangen nehmen. Dort ist sie erst einmal eines von mehreren Fächern, wenn man das Biologiestudium beginnt. Physik, Chemie, Botanik und Mikrobiologie sind anfänglich ebenfalls wichtig, und ihr gründliches Studium ist ein wichtiger Teil auf dem Weg zur Spezialisierung auf ein zoologisches Fach im Fortgeschrittenenstudium, also nach dem Vordiplom (Vorprüfung) oder dem Bachelor. In den ersten vier bis sechs Semestern (je nach Studiengang) wird dem Biologiestudenten eine Fülle von theoretischen und praktischen Lehrveranstaltungen angeboten.



Der erste Höhepunkt des Studiums ist die Diplom- oder Masterarbeit. Hier taucht man richtig in die Forschungsarbeit ein und kann sich den spannenden Fragen und den aufregenden Methoden ganz hingeben. Dabei muss man natürlich bedenken, dass Forschung etwas mit Entdecken zu tun hat und Entdecken nur für Neues gilt. Wissenschaftliche Arbeit ist daher eine riskante Unternehmung, denn wenn es einfach und sicher wäre, etwas Neues zu finden, dann hätte das schon jemand vorher gefunden, und es wäre nicht mehr neu. Aber im Rahmen einer Diplom- oder Masterarbeit sind die Risiken doch recht begrenzt, denn selbst ein negatives Ergebnis wird honoriert werden, wenn es gründlich erarbeitet wurde.



Ungefähr die Hälfte der Zoologiestudenten beginnt nach ihrer Diplom-/Masterarbeit mit einer Doktorarbeit. Hierbei sind sie voll anerkannte Mit-Forscher in einer Arbeitsgruppe, mit eigenem Forschungsproblem, das sie sich gemeinsam mit dem Arbeitsgruppenleiter gewählt haben. Häufig entwickelt sich das Thema der Doktorarbeit aus der Diplom-/Masterarbeit.



Wahl des Studienplatzes



Der Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland (VBio) hat einen ausgezeichneten “Studienführer Biologie“ herausgegeben. Er umfasst auch die Fächer Biochemie, Biotechnologie, Biomedizin und enthält sehr viel Nützliches für das Studium der Zoologie. Man kann ihn kaufen:



4. Auflage, 2005; siehe auch www.studienfuehrer-biologie.de.



Neben allgemeinen Einführungen in das Studium der Biologie bietet er ausführliche Informationen für jede Universität, an der man Biologie studieren kann. Das sind z.B. für die Zoologie 54 Standorte. Alle Standorte lassen sich auf elektronischem Weg erreichen.



Studienberatung



Auf der Website des Verbandes Deutscher Biologie (www.vbio.de) gibt es mehrere Links, die für eine Studienplanung auch im Fach Zoologie sehr hilfreich sind (z.B. Jobvektor, Praktika, Veranstaltungen, Mitteilungen, Treffen, Wörterbuch Englisch). Wenn man die im “Studienführer Biologie“ (www.studienfuehrer-bio.de) aufschlägt, findet man für jede Universität Links zu Studienberatungen und Fachschaften. Fachschaften an den Universitäten werden von den Studenten des jeweiligen Faches betrieben und können gerade zu Studienbeginn sehr hilfreich sein. Als Abiturient kann man sich schon vor dem Studium dorthin wenden und Informationen einholen oder einen Besuch planen.



Studienpläne und Studienordnung



Die Studienpläne und Studienordnungen an den verschiedenen Universitäten im Fach Zoologie können recht unterschiedlich sein. Auch hier hilft der “Studienführer Biologie“ weiter. Da im Augenblick die Diplomstudiengänge auf Bachelor-/Master-Studiengänge umgestellt werden und dieser Prozess an den verschiedenen Universitäten unterschiedlich weit fortgeschritten ist, wird empfohlen, über die Links im “Studienführer Biologie“ den neuesten Stand der jeweiligen Universität zu erfragen. Besonderen Augenmerk sollte man auf die Fächer legen, die innerhalb der Zoologie für das Masterstudium (oder bisher: das Hauptstudium im Diplomstudiengang) angeboten werden. Diese Fächer sind immer die an der jeweiligen Universität besonders stark vertretenen Fächer, denn die Professoren und ihre Arbeitsgruppen möchten gerne die fortgeschrittenen Studenten in die ihnen am wichtigsten Teildisziplinen der Zoologie einführen.



Vergleicht man mehrere Universitäten, dann wird sich schnell herausstellen, dass gerade hier die Unterschiede sehr groß sind. Manche bieten nur wenig in Genetik, in Neurobiologie, in Ökologie, in Evolutionsbiologie oder einem anderen Fach der Zoologie an. Wenn man sich für ein Fach besonders interessiert, dann ist es sinnvoll, auch schon das Grundstudium (Bachelorstudium) an einer Universität zu machen, wo im Hauptstudium/Masterstudium dieses Fach gut vertreten wird. Dann kann man recht sicher sein, dass auch im Grundstudium diese Teile der Zoologie besonders gut vertreten sein werden.



Prüfungen und Scheine



Die Prüfungsordnungen kann man von den Universitäten abrufen. Auch hier hilft der “Studienführer Biologie“ gut weiter, weil man schnell die Websites der jeweiligen Fachbereiche findet. Mit der Umstellung auf das europäische Bachelor-/Master-Ausbildungsschema ist auch eine Änderung des Prüfungsverfahrens verbunden. Während früher neben Klausuren bzw. mündlichen Prüfungen nach Praktika die Vordiploms-/Zwischenprüfung und die Hauptdiplomsprüfung das Studium bestimmten, wird es in Zukunft keine Abschlussprüfung wie die Diplomprüfung oder das 1. Staatsexamen (für Lehramtsstudenten) geben, sondern die so genannte kumulierende Prüfung. Das bedeutet, dass alle Lehrveranstaltungen mit einer Prüfung (meist einer schriftlichen Klausur) abgeschlossen werden. Hierfür gibt es dann die für die jeweilige Lehrveranstaltung in der Prüfungsordnung vorgesehene Zahl von Credit-Punkten (ECTS, credit points) und die entsprechende Note, die man in der Klausur erreicht. Alle diese ECTS und Noten werden dann für den Abschluss als Bachelor bzw. Master zusammengefasst. Eine Abschlussprüfung gibt es dann nicht mehr.



Die Nebenfächer im Studium



Zoologie ist ein sehr facettenreiches Fach. Daher ist die Kombination mit einer Reihe von Nebenfächern möglich. Wichtig ist ein gründliches Grundstudium in Chemie, Physik und Mathematik (hier vor allem Statistik). Andere Fächer können aber auch von Anfang an zusammen mit Zoologie studiert werden. Besteht vor allem ein Interesse an Verhaltensforschung, dann bietet sich Psychologie und hier vor allem die experimentelle, vielleicht auch klinische Psychologie an. Bei einer Ausrichtung auf Neurobiologie ist Physik und Informatik besonders hilfreich. Nahezu alle Teilgebiete der Zoologie setzen eine sehr gute Kenntnis in Biochemie und Molekularbiologie voraus. Dies gilt auch für solche klassischen Fächer wie die Morphologie, die Anatomie, die Evolutionsforschung und Taxonomie.



Studieninterne Praktika



Anders als in den Geistes- oder Sozialwissenschaften wird in den Praktika und Übungen in kleinen Gruppen gearbeitet mit direktem Kontakt zu dem Lehrveranstalter. Diese Lehrform, die in allen Biologie-Fachbereichen der deutschen Universitäten vorherrscht, ist ein großer Pluspunkt der Biologenausbildung in Deutschland. Hier heißt es: Initiative ergreifen, die Lehrpersonen ansprechen, nachfragen, nicht gleich aufgeben, wenn die Antworten oder Rückmeldungen unklar sind. Solche Studenten wünschen sich die Lehrveranstalter!



Nach der Vorprüfung (bzw. im Masterstudiengang) beginnt die Konzentrierung auf einige Wahlfächer innerhalb der Biologie. Jetzt wird die experimentelle Arbeit in kleinen Gruppen noch wichtiger. Innerhalb der Zoologie wird in allen Universitäten eine Fülle von Praktika angeboten, die meist ganztägig und täglich über mehrere Wochen (manchmal auch über ein ganzes Semester) durchgeführt werden. Hier lässt sich die Forschungsarbeit in den jeweiligen Instituten und Arbeitsgruppen schon gut kennen lernen. Viele zoologische Praktika sind auch so angelegt, dass sie das forschende Lernen unterstützen. Die Studenten wählen sich gemeinsam mit dem Lehrveranstalter ein kleines, umgrenztes Problem, das noch von niemandem vorher bearbeitet wurde. Dabei erlernen sie neue Methoden, erfahren was es heißt, ein Forschungsproblem zu definieren, werten die Ergebnisse so aus, wie dies für das jeweilige Fachgebiet angemessen ist und schreiben ihren Bericht in Form einer kleinen Publikation. Da alle wissenschaftlichen Forschungsergebnisse auf Englisch veröffentlicht werden, ist es auch eine gute Übung, den Praktikumsbericht auf Englisch zu verfassen.



Aktivitäten parallel zum Studium



Neben dem regulären Studiengang gibt es viele Möglichkeiten, zu jeder Zeit schneller, direkter und früher an der Forschungsarbeit in den Instituten teilzunehmen. Schon als Schüler ist das möglich. Ein “Jugend forscht“-Projekt kann unter Mithilfe einer zoologischen Arbeitsgruppe durchgeführt werden. Interessierte Schüler sollten keine Scheu davor haben, dem Institutsleiter direkt einen E-Mail-Brief zu schreiben (Adressen der Institute und deren web sites findet man unter www.vbio.de, dort unter Forschung). Dabei hilft es sehr, wenn deutlich wird, dass der oder die Anfragende die Website des betreffenden Instituts genau gelesen hat und begründen kann, warum gerade in dem betreffenden Institut eine Mitarbeit angestrebt wird.



Auch Studenten sind (fast) immer für eine Mitarbeit außerhalb und zusätzlich zu den Praktika willkommen. In den meisten Universitäten läuft dies unter der Bezeichnung “Freie Mitarbeit“ oder Projektpraktikum, und meist wird die Mitarbeit in Form einer Bescheinigung bestätigt. Solche Tätigkeiten können sehr spannend sein, weil sie direkt in die Forschungsarbeit eines Instituts führen. Sie sind auch sehr nützlich. Einmal, um für sich fest zu stellen, ob man sich dafür begeistern kann, zum anderen, weil ein solches über die Pflichtveranstaltungen hinausgehendes Engagement bei Stipendienanträgen (etwa im Rahmen des europäischen Erasmus-Programms) mitbewertet wird. Natürlich gibt es auch Praktika in Betrieben und in der Industrie (siehe unter www.vbio.de, dort unter jobvector oder Praktika).



Sprachen und Auslandsstudium



Die internationale Wissenschaftssprache ist Englisch. Dieser Sprache entgeht man nicht, auch wenn weder eine Doktorarbeit geplant ist noch ein Berufsweg in die Forschung. Die beste Möglichkeit, das Schulenglisch aufzubessern, bietet ein Auslandsaufenthalt. Wenn dies nicht schon während der Schulzeit möglich ist, dann empfiehlt es sich, schon früh im Studium ein halbes oder besser ein ganzes Jahr in einem Englisch sprechenden Land zuzubringen. Die Europäische Union (EU) bietet Stipendien für Auslandsstudien im Rahmen des Erasmus Programms an (siehe http://eu.daad.de/eu/index.html). Jede Universität und meist auch jeder Fachbereich hat einen Erasmus-Beauftragten. Nachfragen bei der Fachschaft, der Fachbereichsverwaltung oder der zentralen Universitätsverwaltung lohnt sich sehr, weil von diesen Personen wichtige Information eingeholt werden kann.



Viele Universitäten bieten Sprachkurse an. Sind die Englischkenntnisse bereits gut, empfiehlt es sich sehr, eine zweite Sprache zu beherrschen. In einem solchen Fall wird es empfehlenswert sein, das Auslandsjahr im Land der zweiten Sprache zu verbringen. Hierbei wird man erleben, dass häufig die Unterrichts- und Laborsprache Englisch ist, was wiederum hilft, das Englisch zu üben. Dies gilt vor allem für die Niederlande, Dänemark, Schweden und Norwegen.


Planen Sie gut ein Jahr voraus und achten Sie auf Bewerbungsfristen. Da man häufig Empfehlungsschreiben von Professoren braucht, ist es nützlich, sich an Praktika und Seminaren aktiv zu beteiligen, damit man die Aufmerksamkeit der Lehrveranstalter gewinnt.



Computerkenntnisse



Die Verwendung eines PCs ist Voraussetzung für das Studium von Anfang an. Lassen Sie sich einen guten Laptop zum Abitur schenken, das ist wichtiger als eine große Reise, ein Rennrad oder gar ein Auto. Die Beherrschung von Text-, Grafik- und Statistikprogrammen (z.B. im Windows Office Paket oder die entsprechenden Programme in Apple oder Linux) sind ein Muss. Alle Universitäten bieten Kurse zum Erlernen solcher Programme an. Natürlich ist es auch sehr nützlich, die eine oder andere Programmiersprache zu beherrschen. Hier sollte man sich gut beraten lassen, wenn man nicht schon sicher weiß, in welchem Teilfach der Zoologie man später arbeiten möchte, weil dann entweder Datenbankprogramme, Grafikprogramme oder formale Programme (z.B. MathLab) im Vordergrund stehen.



Der tägliche Einsatz eines PCs ist auch deshalb so wichtig, weil alle Informationen weitgehend im Internet oder im Intranet der Universität zur Verfügung gestellt werden und weil die Kommunikation mit den Lehrveranstaltern (Abrufen von Texten, Anleitungen, aktualisierte Veranstaltungsprogramme, Abliefern von Protokollen) über das Internet erfolgt. Welchen Berufsweg man auch immer wählen wird, der sichere Umgang mit dem PC und Kenntnisse, die über die Bedienung des Office Pakets hinausgehen, sind in jedem Fall von großer Bedeutung. Natürlich sollte man dabei nicht auf ein Zwei-Finger-Suchsystem beim Tippen angewiesen sein.



Die Doktorarbeit



Vielleicht geht es Ihnen im Studium auch so wie mir. Nach einigen Jahren des ständigen in sich Hineinstopfens von Lehrbuchwissen möchte man gerne auch einmal etwas selbst entdecken und nicht immer nur nachvollziehen. Das ist der rechte Moment, mit einer Doktorarbeit zu beginnen. Zu dem Zeitpunkt hat man schon herausgefunden, für welches Fach innerhalb der Zoologie ein besonderes Interesse besteht. Vielleicht weiß man auch schon, welche Methoden man gerne lernen will, und im günstigsten Fall hat man schon eine Arbeitsgruppe gefunden, in der man sich wohl fühlt. Natürlich passt nicht immer alles zusammen. Es kann sein, dass gerade kein Doktorand in der angestrebten Arbeitsgruppe angenommen wird oder dass sich die Möglichkeit nicht bietet, die gewünschte Methode zu lernen. Vielleicht ist ja auch die Wahl eines geeigneten Faches gar nicht so klar. In allen Fällen, auch wenn man glaubt, schon die ideale Gruppe gefunden zu haben, ist es sehr klug, über die Grenzen der eigenen Universität hinaus zu schauen.



Es gibt eine große Zahl von Forschungsinstituten (z.B. der Max-Planck-Gesellschaft), die Doktorarbeiten anbieten. Auch in der Medizin, der Biochemie oder der Informatik lassen sich zoologische Themen bearbeiten. Eine Suchphase einschließlich anderer Universität ist in jedem Fall eine sehr gute Idee. Dabei sollte man sich nicht scheuen, zu Professoren zu gehen und sie um Rat zu fragen. All das gelingt natürlich am besten, wenn man schon eine etwas klarere Idee hat, an welcher Thematik man am liebsten arbeiten möchte.



Die Arbeit an einer Doktorarbeit wird meistens bezahlt, entweder im Rahmen eines Stipendiums oder einer Anstellung. Dies ist nicht nur gerechtfertigt – schließlich hat man zu dieser Zeit einen Hochschulabschluss – sondern auch notwendig, denn man muss sich in den etwa drei Jahren der Doktorarbeit ganz auf diese Tätigkeit konzentrieren. Dabei ist es nicht mit einer 40-Stunden-Woche getan – voller Einsatz ist gefragt.



Bei der Auswahl der Arbeitsgruppe ist es sehr wichtig, mit den bereits dort arbeitenden Doktoranden zu reden. Wie ist das Arbeitsklima, wie intensiv die Betreuung, werden weitere Fähigkeiten wie Vortragen (in Englisch!), Abfassen von Manuskripten, Stellen von Anträgen, Besuche von Kongressen (vor allem im Ausland) gefördert? Ist der Arbeitsgruppenleiter selbst wissenschaftlich tätig (und versteckt er sich nicht nur hinter seinen Lehr- und Verwaltungsaufgaben)? Wie gut ist die Arbeitsgruppe mit Forschungsmitteln ausgestattet? Werden Forschungsanträge erfolgreich gestellt?



Die Wahl der Arbeitsgruppe für eine Doktorarbeit ist für den gesamten weiteren Lebensweg eine außerordentlich wichtige Entscheidung. Daher sollte man sich auch sehr genau das Forschungsprofil und den Erfolg der wissenschaftlichen Arbeit der Gruppe ansehen. Wissenschaftlicher Erfolg schlägt sich in guten Publikationen nieder. Ein Weg, sich ein Bild darüber zu machen besteht darin, unter den Namen der Wissenschaftler bei http://scholar.google.de/ nachzuschlagen. Weitere Kriterien für eine erfolgreiche wissenschaftliche Arbeit ist die Zahl und Art der durch Drittmittel unterstützten Forschungsprojekte. Drittmittel sind solche Finanzierungen, die von außerhalb der Universität kommen, von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), von der Europäischen Union oder von der Industrie. Ein besonderes Qualitätsmerkmal ist die Beteiligung an größeren Forschungseinrichtungen wie einem Sonderforschungsbereich (SFB) oder einer Graduiertenschule.



Besonders attraktiv sind Graduiertenkollegs. Diese sind Einrichtungen der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), die beantragt werden müssen und, wenn sie bewilligt werden, den Graduierten nicht nur ein ansehnliches Stipendium gewähren, sondern auch Arbeitsmittel, Unterstützung für Kongressbesuche und Forschungsreisen. Weiterhin sorgen die Mitglieder des Graduiertenkollegs gemeinsam dafür, dass ein zusätzliches Lehrangebot besteht und die Zusammenarbeit zwischen den Arbeitsgruppen gefördert wird. Unter www.dfg.de kann man sich über alle Graduiertenkollegs in Deutschland informieren. Außerdem findet man auf den Websites der Universitäten die Links zu jeweiligen Graduiertenkollegs.



Lehramtsstudium Biologie



Zoologie ist eines der Fächer, die ein Biologielehrer studiert. In meiner Sicht ist das wichtigste, dass ein Biologielehrer die Begeisterung für die Lebewesen, Pflanzen wie Tiere vermittelt. Dazu muss er ein kompetenter Kenner unserer Flora und Fauna sein. Exkursionen mit den Schülern, Demonstrationen von mitgebrachtem Material und Lebensgeschichten über Tiere und Pflanzen sind die wichtigsten Medien eines guten Biologieunterrichts. Lehramtsstudenten sollten deshalb besonders intensiv die Bestimmungsübungen und die Exkursionen während des Grundstudiums betreiben.



Beobachten und Experimentieren sind die Quellen der Erkenntnis in der Biologie. Sie sind auch die besten Medien, den Stoff zu vermitteln, weil das Selbsttun für Schüler wie Studenten den besten Weg zum Lernerfolg darstellt. Lehramtsstudenten sollten intensiv Ausschau halten, welche Präparationen, Demonstrationen und Experimente, die sie in den Praktika kennenlernen, sich für die Schule eignen. Leider ist die Einführung in den experimentellen Unterricht während des Studiums eher zu gering vertreten. An einigen Universitäten gibt es spezielle Einrichtungen, die diesem Mangel abhelfen. In Göttingen ist dies das X-Lab (http://www.xlab-goettingen.de/) und an der Freien Universität Berlin das Natlab (www.natlab.de). In diesen Einrichtungen wird ein experimenteller Unterreicht für Lehrer und Schüler angeboten, von dem auch Lehramtsstudenten profitieren können.



Auch das Lehramtsstudium wird auf den Bachelor-Studiengang umgestellt. Dieser Prozess ist an den verschiedenen Universitäten unterschiedlich weit fortgeschritten. Es lohnt sich hier wiederum, den Studienführer des VBio zu konsultieren (www.studienfuehrer-biologie.de).


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Kommentare


24.09.2014 von Ludwig below
Ist und wird ein Titel "Diplom Zoologe" rechtsmäßig anerkannt?
30.05.2012 von kaff kaff 300
Ich fand diesen text sehr spannend, aber ich hab immer noch eine frage: kann man auch nur zoologie studieren(ohne Biologie etc.)?!
18.04.2012 von Wilhelm Greissl
Ich kann nur dringend empfehlen sich ein Studium der Biologie (Zoologie) genau zu überlegen, die Aussichten auf einen Job sind fast aussichtslos
01.11.2011 von Maria Mietasch
Sehr ausführlich erklärt. Ich bin um Einiges an Wissen reicher geworden. Danke dafür.
17.08.2011 von Anja Kunze
Sehr ausführlich und weitschauend beschriebene Entscheidungshilfe für Studieninteressierte, welche nicht nur einzelne Teile des Studiums beleuchtet sondern auch über den "Tellerrand" schaut. Danke!
09.02.2011 von ist doch
langweilig und garnicht kingerecht in kleiner kurzform
09.02.2011 von ist doch
es ist sehr hilfreich doch es werden sachen die eigentlich nicht wirklich zu zoologie gehören wie andere fächer zu oft erwänt es stört wenn man die genza zeit nur von anderen fächern hört die eien garnicht interesieren dass könnte man villeicht verbessern kleiner tipp dadurch wird es lanweilig und man hat keine lust es weiter zu lesen manche dinge gehören einfach nicht in diese kategorie dass hier wurde von einem 11 jährigen kind geschrieben und ich finde es müsste etwas kindgerechter geschrieben werden ich verstehe nur den halbn text richtig und so werden die kinder nicht mehr auf diese seite gehen oder sie entfinden den beruf al lanweilig und dass wollen sie ja hoffentlich mit diesem text nicht erreichen
19.01.2010 von Bi Pomberg
sehr schön geschrieben,wäre nur hilfreicher wen Praktikums Arten auf gelistet sind,die Zoologie Studien fördernt ist.
31.01.2008 von ela schmidt
sehr hilfreich. leider werbung für den studienführer. könnten unis zu den beispielen genannt werden anstatt wieder auf den studienführer zu verweisen. ansonsten super geschrieben, auch für nur neugierige! danke.


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Prof. Dr. Dr. h.c. Randolf Menzel

Randolf Menzel ist Professor am Institut für Biologie und Neurobiologie der Freien Universität Berlin

Institut für Biologie und Neurobiologie, FU Berlin

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Dieser aktuelle Studienführer präsentiert biowissenschaftliche Studiengänge an allen deutschen Universitäten, Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen.

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