Campus
 
Studium Archäologie Studium Biologie Studium Chemie Studium Geowissenschaften Studium Mathematik Studium Medizin Studium Physik Studium Psychologie Studium Technik
Zoologie

Beitragsreihe Zoologie

Prof. Dr. Dr. h.c. Randolf Menzel

Vorheriger Artikel 1/4 Nächster Artikel

Die Zoologie - eine Einführung

Die Zoologie ist die Wissenschaft von allen Lebenserscheinungen der Tiere. Die Vielfalt und Verschiedenartigkeit der Lebensäußerungen dieser Organismen bedingt das Spektrum zoologischer Forschung und Lehre. Gerade die Ursache der Entstehung und Erhaltung dieser Vielfalt als Anpassung an das Leben auf unserer Erde zu erfassen, ist Wesensmerkmal zoologischer Forschung.
Deren Erkenntnisse vor allem über die Bedingungen und Gesetzmäßigkeiten der Evolution von Organismen sind von grundlegender Bedeutung für alle auf den Menschen bezogenen Wissenschaften, da der Mensch selbst als Ergebnis seiner Evolution aus dem Tierreich diesen Gesetzmäßigkeiten unterlag. Es ist eine wesentliche Aufgabe der Zoologie, durch die Erforschung dieser Zusammenhänge ihren Beitrag zu einem unserer wirklichen Natur entsprechenden Menschenbild zu leisten.


Zoologische Forschungsprobleme werden nicht nur von Zoologen in den Forschungsrichtungen ihres Fachs bearbeitet, sondern sind auch notwendiger Gegenstand zahlreicher Nachbardisziplinen (Mikrobiologie, Botanik, Anthropologie, Molekularbiologie, Biochemie, Medizin, Zellbiologie, allgemeine Genetik). Anders aber als in diesen Nachbardisziplinen ist die Aufklärung der Eigenschaften von Tieren der primäre Zweck der Zoologie, die damit einen Beitrag zu einem umfassenden Verständnis der Lebensleistung dieser Organismen leistet. Die Nachbardisziplinen setzen dagegen Tiere als Objekte für die an ihnen zu untersuchenden Phänomene ein, als Mittel zur Verfolgung anderer Zwecke. Für sie ist ein Tier zum Beispiel Modell für das Erkennen eines Grundplans des Lebendigen, ein experimentelles Ersatzobjekt für den Menschen, ein Materiallieferant oder ein Faktor, der eine Produktion fördert oder hindert.



Mein Weg in die Zoologie



Mich hat ein Geschenk meines Großvaters auf die Bahn der Biologie gebracht. Als ich 16 Jahre alt war, erhielt ich von ihm ein Mikroskop, sein Forschungsmikroskop, das sein ganzer Stolz war, ein im Jahr 1900 gebautes Leitz Mikroskop. Kurz darauf färbte sich das Wasser meines Fischteiches rot und ich entdeckte mit meinem Mikroskop rote kugelige Algenzellen und vieles mehr; die Welt im Wassertropfen. All diese winzigen Tiere und Pflanzen des Planktons eröffneten mir einen Weg in ein ungeahntes Reich. Ich zeichnete, fotografierte und bestimmte die Kleinlebewesen, verfolgte ihren Wechsel im Laufe des Jahres, studierte ihre Verteilung über die Tiefe in Teichen und Weihern. Das Ergebnis war dann eine Jahresarbeit in Biologie, für die ich später den Preis des Biologenverbandes, den Hörlein-Preis bekam. Es ist also nicht verwunderlich, dass ich nach dem Abitur begann Biologie, Physik und Chemie zu studieren. In den Semesterferien arbeitete ich, um Geld zu verdienen, im Abwasserlabor der Firma Merck. Hier konnte ich meine hydrobiologischen Interessen richtig ausleben, Tropfkörper und Belebtschlammbecken bauen, die Toxizität und Abbaubarkeit von Abwässern prüfen und die Protozoen, Rotatorien und Algen bestimmen.



Auch wenn ich meine erste wissenschaftliche Publikation über das Plankton eines Teiches schrieb, bin ich doch nicht der Hydrobiologie treu geblieben. Der Grund dafür liegt wieder in einem besonderen Ereignis. Ich studierte an der Universität Frankfurt. Da ich gern wenigstens ein Semester an einer anderen Universität studieren wollte (mehr konnte ich mir aus finanziellen Gründen nicht leisten), ging ich für das Sommersemester nach Tübingen und belegte den tierphysiologischen Kurs. Hier traf ich auf einen ganz ungewöhnlichen Professor (Professor Franz Huber), dessen Vorlesung so spannend war, dass ich ihn fragte, ob ich bei ihm eine Doktorarbeit machen könne. Allerdings hatte ich mir schon eine Thematik ausgedacht; ich wollte über die neuronalen Grundlagen von Lernen und Gedächtnisbildung bei einfachen Tieren (z.B. meinen Rotatorien im Wassertropfen) arbeiten. Dazu konnte ich ihn allerdings nicht bewegen. Die Thematik war doch zu weit von seinem eigenen Forschungsgebiet entfernt.



Als ich an die Frankfurter Universität zurückkam, war dort Prof. Martin Lindauer Direktor des Zoologischen Instituts geworden. Ihn konnte ich für meine Thematik gewinnen, allerdings redete er mir die Rotatorien aus und machte mich mit den Bienen bekannt. Seitdem, und das ist nun schon 40 Jahre her, arbeite ich mit Bienen und untersuche, wie sie mit ihrem kleinen Gehirn so erstaunliche Lernleistungen vollbringen.


Vorheriger Artikel 1/4 Nächster Artikel

Bewertung


Bewertung 27 von 40 Basierend auf 6 Bewertungen.

Kommentare


17.08.2012 von Noname anonym
Schön.
09.02.2011 von nadine himmelsbach
es ust sehr unteresant formuliert blos mir fehk´len ein paar wictige dinge die für mich ein kin auch interesant wären da ich den text nocht ganz entziffern kann


Kommentare sind zur Zeit deaktiviert.

Prof. Dr. Dr. h.c. Randolf Menzel

Randolf Menzel ist Professor am Institut für Biologie und Neurobiologie der Freien Universität Berlin

Institut für Biologie und Neurobiologie, FU Berlin

Ein Projekt von

Literatur

Studienführer Biologie
Dieser aktuelle Studienführer präsentiert biowissenschaftliche Studiengänge an allen deutschen Universitäten, Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen.

Artikel / Dossiers

Begabte Bienen
Das heimliche Wirken der Pseudogene
Unser Genom enthält eine Menge Leichen – verstümmelte Reste längst verblichener Gene. Chromosomen ...
Ersatz für Tierversuche - nicht nur zum Tierschutz
Ein übermannsgroßes Plüschkarnickel blieb dem damaligen US-Vizepräsidenten und späteren ...
Der sechste Sinn der Haifische
Zuerst sehen wir die spitze Flosse, die auf uns zurast – ein drei Meter langer Blauhai hat das ...
Klone und Stammzellforschung
Stammzellen gelten als potenzielle Alleskönner: Sie sollen defekte Organe regenerieren und ...
Die Genome der Arten
Die Erbgutanalyse ist im vergangenen Jahrzehnt von Erfolg zu Erfolg geeilt: Wo man sich erst nicht ...
Artenvielfalt und Artensterben
Jeden Tag beschreiben Biologen neue Arten aus Regenwäldern, Ozeanen oder sogar Städten. Darunter ...

© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH Impressum Kontakt