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Beitragsreihe Pharmazie

Prof. Dr. Theodor Dingermann

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Studienstandorte und berufliche Perspektiven

Pharmazie kann man in Deutschland an 22 Universitäten studieren (Berlin, Bonn, Braunschweig, Düsseldorf, Erlangen, Frankfurt, Freiburg, Greifswald, Halle, Hamburg, Heidelberg, Jena, Kiel, Leipzig, Mainz, Marburg, München, Münster, Regensburg, Saarbrücken, Tübingen, Würzburg). Theoretisch sollte es keine Rolle spielen, wo man Pharmazie studiert, da alle ein Curriculum anbieten müssen, das der Approbationsordnung entspricht.
Das ist allerdings eine sehr formale (und zunehmend theoretische) Betrachtung. Mehr und mehr beginnen sich die einzelnen Standorte individuell zu profilieren und Stärken - auch im Kontext der lokalen Forschungsschwerpunkte - herauszuarbeiten. Dazu trägt nicht zuletzt die so genannte Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder bei, die einen beachtlichen Konkurrenzkampf zwischen den Deutschen Universitäten induziert hat, dem sich auch die Pharmazieinstitute stellen.



So macht es schon Sinn, will man die Wahl des Studienortes nicht nur auf der Basis von “Befindlichkeitsfaktoren“ wie elternnaher Studienort, “Traditionsuniversität“, Kneipenangebot, Lebenshaltungskosten usw. fällen, sich nach dem Leistungsangebot der einzelnen Pharmaziestandorte zu erkundigen. Dies gelingt heute recht gut, indem man beispielsweise die Homepages durchforstet und nachsieht, wie sich der einzelne Standort den Studienbewerbern gegenüber präsentiert. Oder man zieht Ranking-Instrumente zu Rate, wie beispielsweise das CHE-Ranking, auf dessen Basis auch regelmäßig erscheinende Sonderhefte der ZEIT basieren.



Forschung und Lehre sollten hier im engen Kontext gesehen werden, denn in aller Regel sind gute Lehrer auch gute Forscher. Was an den einzelnen Universitäten geforscht wird (besonders interessant für angehende Doktorandinnen und Doktoranden), findet man in einer Forscherdatenbank, die die Deutsche Pharmazeutische Gesellschaft auf ihrer Homepage veröffentlicht.



Nach dem Studium



Das Bild des Apothekers als “akademischem Schubladenziehers“ ist ebenso diskriminierend, wie die pharmazeutische Ausbildung an Universitäten als “reine Berufsausbildung zum Apotheker“ zu diffamieren. Vielmehr bietet das Pharmaziestudium eine Basis für eine Fülle interessantester beruflicher Tätigkeiten, die zudem getragen werden von einem hohen Berufsethos, von Frauenfreundlichkeit, da eine Berufspause ebenso gut zu realisieren ist wie ein Wiedereinstieg in den Beruf, und von Vollbeschäftigung, denn arbeitslose Pharmazeuten gibt es praktisch nicht.



So bietet die Ausbildung neben der Möglichkeit, in einer öffentlichen Apotheke selbstständig oder im Angestelltenverhältnis tätig zu sein, eine Vielzahl weiterer Karriereoptionen, beispielsweise in der Pharmazeutischen Industrie in der Arzneimittelherstellung, im Qualitätsmanagement, in der Arzneimittelsicherheit und Pharmacovigilance, in der Arzneimittelzulassung, in den medizinisch wissenschaftlichen Abteilungen, im Marketing und Verkauf, in der Pharmakoökonomie oder in den Abteilungen für Pricing & Reimbursement, Gesundheitspolitik bzw. Forschung und Entwicklung. Apotheker finden lukrative Positionen in Verbänden oder in den Medien. Apothekerinnen und Apotheker bekleiden hohe Dienstgrade bei der Bundeswehr oder bei Bundesoberbehörden, Überwachungsbehörden, amtlichen Untersuchungsämtern und Ministerien. Apothekerinnen und Apotheker unterrichten außerdem an PTA-Lehranstalten.



Nicht zuletzt stehen Absolventinnen und Absolventen eines Pharmaziestudiums natürlich auch akademische Karrieren in unterschiedlichen Disziplinen je nach Spezialisierung im Rahmen ihrer Doktorarbeit offen. Aktuelle Informationen hierzu haben der WIV (Apotheker in Wissenschaft, Industrie und Verwaltung) und die Fachgruppe Industriepharmazie der DPhG gemeinsam erarbeitet.
Um die Basis für derartig viele Optionen mit einem eher kurzen Studium (8 + 2 Semester) zu schaffen, bedarf es einer hohen Leistungsbereitschaft und eines gut gegliederten Studiums. Diese Attribute treffen in der Tat auf das Pharmaziestudium in höchstem Maße zu, wie die Arbeitsgruppe Hochschulforschung an der Universität Konstanz erst kürzlich bestätigte.


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Prof. Dr. Theodor Dingermann

Theodor Dingermann ist Professor für Pharmazeutische Biologie an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt

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