Pharmazie

Beitragsreihe Pharmazie

Prof. Dr. Theodor Dingermann

Pharmazeutische Wissenschaften – ein Überblick

Wissenschaftlich bewegt sich die Pharmazie in dem komplexen Netzwerk aller Lebenswissenschaften, wobei “die pharmakotherapeutische Intervention“ nie aus dem Auge verloren geht.
Geforscht wird entlang der gesamten Wertschöpfungskette einer Arzneimittelentwicklung von der anspruchsvollen Grundlagenforschung über die Pharmazeutische Technologie bis hin zur klinischen Entwicklung. Dazu werden quasi alle modernen Techniken und Methoden der Lebenswissenschaften eingesetzt.



Pharmazeutische Arbeitsgruppen forschen selbstverständlich auch in Verbünden, die von der DFG, vom BMFT, von der Europäischen Union und von der Pharmazeutischen Industrie gefördert werden.

Das viel beachtete CHE-ForschungsRanking 2006 weist acht deutsche Universitäten als “besonders forschungsstark“ aus. An insgesamt drei dieser Hochschulstandorte (ca. 40 %) trägt die dortige Pharmazie mit ihrer Forschungsleistung dazu bei, dass der Hochschulen das Prädikat „besonders forschungsstark“ zugewiesen wurde. An weiteren drei Standorten wird die Pharmazie ebenfalls als “forschungsstark“ eingestuft. Keinesfalls wird an den anderen Standorten schlecht geforscht. Erreicht ein Standort nicht das Prädikat “forschungsstark“, so sind die Forschungsleistungen an diesen Standorten u.U. nicht so homogen verteilt, wie das erforderlich wäre, um ein Spitzenprädikat zugesprochen zu bekommen.



Der Pharmazeut ist in unserer Gesellschaft der Arzneimittelfachmann. Das wird zu Recht so ernst genommen, dass dieses Studium als ein Staatsexamensfach (ähnlich wie beispielsweise auch das Medizinstudium, das Jurastudium oder das Lehramtsstudium) studiert wird. Daraus ergeben sich zwei Konsequenzen:
    1. Man studiert nach einer verbindlichen Studienordnung, die bei Medizinern und Pharmazeuten als Approbationsordnung bezeichnet wird.


    2. Man absolviert im Laufe des Studiums drei Staatsexamina, von denen das 2. und das 3. Staatsexamen im Auftrag des Staates von eigens dafür bestellten Prüfern (Professoren und im 3. Staatsexamen zusätzlich Ministerialbeamte und praktizierende Apotheker) abgenommen werden. Das 1. Staatsexamen wird bundesweit einheitlich in Form eine multiple choise-Prüfung abgelegt, deren Aufgaben vom Institut für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen (IMPP), eine “rechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts“, erstellt werden.

Damit will der Staat sicherstellen, dass alle Absolventinnen und Absolventen nach einem einheitlichen Curriculum ausgebildet wurden und nach dem Studium einen einheitlichen Ausbildungsstandard besitzen. So darf sich auch nur Apothekerin oder Apotheker nennen, wer dieses Studium erfolgreich absolviert hat, und nur dieser Berufsgruppe ist es vorbehalten, in unserer Gesellschaft so genannte apothekenpflichtige Arzneimittel abzugeben.