Campus
 
Studium Archäologie Studium Biologie Studium Chemie Studium Geowissenschaften Studium Mathematik Studium Medizin Studium Physik Studium Psychologie Studium Technik
Mathematik

Beitragsreihe Mathematik

Prof. Dr. Burkhard Kümmerer

Vorheriger Artikel 4/6 Nächster Artikel

Wahl des Studienortes und des Hochschultyps

Wo kann und wo soll ich Mathematik studieren? An einer Fachhochschule oder an einer Universität? Welcher ist der passende Studienort? Ein Studium an einer Fachhochschule ist kürzer, eher praxisorientiert, persönlicher betreut als ein Studium an der Universität. Das Studium an der Universität ist anspruchsvoller, lässt mehr Wahlmöglichkeiten zu und ist eher wissenschaftlich orientiert.
Mathematik studieren können Sie an den meisten deutschen Universitäten und an gegenwärtig 14 Fachhochschulen. Sie haben also eine große Auswahl. Welches der für Sie geeignete Studienort ist, hängt zu einem großen Teil von persönlichen Präferenzen ab. Über diese Gesichtspunkte hinaus gibt es natürlich eine Reihe weiterer persönlicher Vorlieben, welche die Wahl des Studienortes beeinflussen werden, z.B. große oder kleine Stadt, große oder kleine Universität, Flair, Freizeitmöglichkeiten, Zimmerpreise, Verkehrsanbindung, Entfernung vom Heimatort, und vieles mehr. Wenn Sie also eine Vorauswahl getroffen haben: fahren Sie hin, schauen Sie sich die Gegebenheiten an. Meist merkt man recht schnell, ob man sich wohl fühlt. Die folgenden Gesichtspunkte könnten Ihnen helfen, wichtige Fragen zu stellen.



Fachhochschule oder Universität



Das Studium an einer Fachhochschule unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht vom Studium an einer Universität. Ziel einer Fachhochschulausbildung ist eine praxisnahe Ausbildung in überschaubarer Zeit (meist 6 bis 7 Semester). Der Studienverlauf ist im allgemeinen recht genau vorgegeben, die Anbindung an die Praxis spielt schon während des Studiums eine große Rolle. Meist sind längere Praktika vorgeschrieben und die Dozenten bringen in der Regel mehrjährige Berufserfahrungen von außerhalb der Hochschule mit. Kleine Studierendenzahlen ermöglichen eine persönliche Betreuung.



Ziel eines Studiums an einer Universität ist die wissenschaftliche mathematische Ausbildung in Breite und Tiefe. Für ein Studium sind
üblicherweise 9 bis 10 Semester vorgesehen, meist dauert es aber etwas länger. Viele Wahlmöglichkeiten geben einen großen Spielraum für die individuelle Studiengestaltung, das Studium stellt aber auch höhere Anforderungen an die Selbstständigkeit. Je nach Studiengang und Schwerpunktsetzung werden in unterschiedlicher Gewichtung praxisrelevantes Wissen und mathematisches Denken vermittelt. Insbesondere spielt auch in einem anwendungsorientiert angelegten Studium die theoretische Mathematik als Grundlage eine wichtige Rolle.



Klassische Universität oder technisch orientierte Universität



Universitäten haben eine Geschichte und ein Profil. Beides prägt auch die Mathematikausbildung. Klassische Universitäten sind meist viele hundert Jahre alt und haben traditionelle Schwerpunkte in den Geistes- und Naturwissenschaften, selten sind hier Ingenieurwissenschaften in größerem Umfang vertreten.


Technisch orientierte Universitäten waren früher meist technische Hochschulen (oder sind es noch), hier nehmen die Ingenieur- und Naturwissenschaften einen breiten Raum ein. Auch sie pflegen, wie der Name “Universität“ besagt, die Geisteswissenschaften, aber nur selten in gleichem Umfang wie eine klassische Universität.



Nebenfächer und Studiengänge



In einem Mathematikstudium studieren Sie nicht nur Mathematik sondern auch ein Nebenfach. Hier können Sie weiteren Neigungen nachgehen oder im Hinblick auf eine angestrebte Berufstätigkeit schon Schwerpunkte setzen. Die angebotenen Fächerkombinationen können sich von Universität zu Universität beträchtlich voneinander unterscheiden; es lohnt es sich also, diese Überlegung in in die Wahl des Studienortes einzubeziehen.



Es ist noch nicht lange her, da hat man an einer Universität einfach Mathematik studiert. Das können Sie heute auch noch, und die Mehrzahl unserer Studierenden tut das auch. Aber darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von speziellen Studiengängen im Angebot, die auf einen bestimmten Schwerpunkt hin ausgerichtet sind, z.B. Finanzmathematik, Wirtschaftsmathematik, Technomathematik, Computerscience, Biomathematik oder Statistik. In den ersten beiden Studienjahren unterscheiden sich diese Studiengänge in der Regel nicht wesentlich von einem allgemeinen Mathematikstudium, danach aber fokussieren sie zunehmend auf den angestrebten Schwerpunkt.
Im Zuge der Globalisierung bieten einige Fachbereiche auch Studiengänge an, die wenigstens in Teilen fremdsprachlich, meist englisch, angeboten werden. Sie sollen ausländischen Studierenden den Einstieg in ein Studium in Deutschland ermöglichen. Diese Studiengänge sind in der Regel natürlich auch für deutschsprachige Studierende offen, das kann eine interessante Alternative sein.



Qualitätskriterien



Natürlich wollen Sie an einer guten Fakultät studieren. Aber was ist “gut“? Im Zeitalter der Rankings wird häufig auch die Qualität einer Fakultät in ein eindimensionales Korsett gezwängt. Seriöse Rankings können einen ungefähren Eindruck von der Position einer Fakultät in der deutschen Hochschullandschaft vermitteln, aber auch nur im Hinblick auf die abgefragten Parameter. Die oben genannten Gesichtspunkte können oft nicht abgebildet werden, andere Parameter sind interpretationsbedürftig. So kann man aus dem häufig abgefragten Betreuungsverhältnis (Zahl der Studierenden je Dozent) durchaus verschiedene Schlüsse ziehen.


Vorheriger Artikel 4/6 Nächster Artikel

Bewertung


Bewertung 40, 40 von 40 Basierend auf 1 Bewertung.

Kommentare


03.06.2010 von A. Kirs
Banale Informationen


Kommentare sind zur Zeit deaktiviert.

Prof. Dr. Burkhard Kümmerer

Burkhard Kümmerer ist Professor für Mathematik an der Technischen Universität Darmstadt

Fachbereich Mathematik, TU Darmstadt

Ein Projekt von


© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH Impressum Kontakt