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Meteorologie

Beitragsreihe Meteorologie

Prof. Dr. Michael Schatzmann und Prof. Dr. Martin Claußen

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Perspektiven nach dem Studium

Bedingt durch die Wetterberichte in den Nachrichtensendungen fallen bei dieser Frage jedermann sofort die Wetterdienste ein. In Wahrheit nehmen diese jedoch nur einen kleinen Teil der Absolventen auf.
Die meisten Meteorologen finden ihre erste Anstellung in der Forschung und erwerben nach dem Diplom oder Master den Doktortitel. Klima- und Umweltforschung ist staatlich finanzierte Vorsorgeforschung. Wer in den zuvor genannten Institutionen eine "feste" Stelle bekommt, erfreut sich der im öffentlichen Dienst gewährten Jobsicherheit, muss sich dafür aber mit einem im Vergleich zur Industrie bescheideneren Gehalt abfinden. Das ist nicht jedermanns Sache. Ein Teil der Meteorologen nimmt daher besser bezahlte Beschäftigungen außerhalb des öffentlichen Sektors an.



Forschung



Forschung spielt in der Meteorologie eine herausragende Rolle. Finanziert wird sie durch sogenannte Drittmittel, die die Universitätsinstitute in erheblichem Umfang zusätzlich zu ihrem normalen Etat von den forschungsfördernden Organisationen, staatlichen Stellen oder der Industrie einwerben. Meteorologische Forschung ist meist Klima- und Umweltforschung. Sie findet vorwiegend in Universitätsinstituten oder bei den Forschungseinrichtungen der Max-Planck-, Helmholtz-, Leibniz- oder Fraunhofer-Gesellschaften sowie bei den nationalen oder internationalen Wetterdiensten statt.



Die Studierenden der Meteorologie profitieren von diesen Forschungsaktivitäten und finden mit modernsten Rechnern und Geräten ausgestattete Institute vor. Fast alle Studierenden der höheren Semester verrichten zeitweise bezahlte Hilfstätigkeiten in den Projekten und werden dabei schon früh im Sinne des forschenden Lernens an die großen Themen der Meteorologie herangeführt.



Bemerkenswert ist ferner, dass in der Meteorologie - anders als in der Physik oder in den Ingenieurwissenschaften - das Verhältnis zwischen Studentinnen und Studenten ausgeglichen ist. Dies gilt sowohl für die Studienbewerber als auch für die Absolventen.



Industrie und Wirtschaft



Beschäftigungen außerhalb des öffentlichen Sektors können meteorologienahe Tätigkeiten sein, wie z.B. in Ingenieurbüros und Industriebetrieben als Gutachter oder Umweltschutzbeauftragter, bei den Versicherungen in der Abschätzung von Risiken durch Sturmschäden etc.



Meteorologen sind daneben jedoch auch völlig fachfremd tätig. Schließlich haben sie ein Physikstudium absolviert, nur eben mit Spezialisierung auf atmosphärischem statt auf dem Gebiet der Elementarteilchen oder der Kosmologie. Ebenso wie andere Physiker sind daher auch Meteorologen überall dort zu finden, wo es darum geht, komplexe Probleme zu lösen. Sie entwickeln spezielle Fonds bei Banken, sorgen dafür, dass die richtigen Container auf das richtige Schiff kommen, sind am Bau oder der Ausrüstung von Satelliten beteiligt oder organisieren den Vertrieb in Handelsunternehmen. Schließlich haben sie während ihres Studiums gelernt, praktische Fragestellungen in mathematisch zugänglichen Formen auszudrücken. Sie sind im Umgang mit Computern, mit der Organisation großer Datenmengen oder mit modernen Messtechniken vertraut, verfügen also über Schlüsselqualifikationen, auf denen das Funktionieren hochtechnisierter Gesellschaften basiert. In Zeiten, in denen eine nationale Wirtschaft lahmt, weichen sie in andere Länder aus. In der Arbeitslosenstatistik tauchen Meteorologen daher üblicherweise nicht auf.


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09.08.2008


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Prof. Dr. Michael Schatzmann und Prof. Dr. Martin Claußen

Michael Schatzmann (r.) ist Direktor des Zentrums für Meeres- und Klimaforschung der Universität Hamburg
Martin Claußen ist Professor für Meteorologie an der Universität Hamburg und Direktor und Wissenschaftliches Mitglied am Max-Planck-Institut für Meteorologie

Zentrum für Meeres- und Klimaforschung, Uni HamburgMax-Planck-Institut für Meteorologie, Hamburg

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