Genetik
Das heimliche Wirken der Pseudogene
Zu Tausenden erzählen verunstaltete Genrelikte von der Vergangenheit. Aber anscheinend sind nicht alle nur nutzlose Fossilien. Manche wachen offenbar über ihre Zwillingsgene.
Dass unser Erbgut weniger einer Datenbank ähnelt als einem dynamischen Verarbeitungssystem, ist Fachleuten schon länger bewusst. In Analogie zum Computer würden Pseudogene auf der Festplatte noch vorhandene Programmreste darstellen, die zwar heute nicht mehr zu brauchen sind, aber noch widerspiegeln, wie die Kodes einst entstanden und sich seitdem weiterentwickelten. Von den Genresten können wir lernen, wie Genome sich in der Evolution umgestalten, an neue Bedingungen anpassen – und vielleicht sogar erfahren, wie sie manchmal bereits ausgemusterte Elemente wieder beschäftigen.


Mark Gerstein und Deyou Zheng sind Biomathematiker. Gerstein hat die A.-L.-Williams-Professur für Biomedizinische Informatik an der Yale-Universität in New Haven (Connecticut). Zugleich ist er stellvertretender Leiter des Yale-Programms für Computerbiologie und Bioinformatik. Zheng kam 2003 nach
seiner Promotion zu Gerstein. Er arbeitet dort über die Aktivität von Pseudogenen und deren Evolution.
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