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"Schule trifft Wissenschaft" - Auf zum Endspurt

Elke Reinecke

Schüler an die Uni – geht das überhaupt? Das sieht ganz so aus, denn in der jüngeren Zeit sind zahlreiche Projekte aus dem Boden geschossen, die genau das zum Ziel haben.

Ein wichtiger Auslöser dieser Blüte ist schnell ausgemacht. Vor etwa zehn Jahren rüttelte der Pisa-Schock die deutsche Bildungslandschaft durch. Etwa um die gleiche Zeit starteten Projekte wie die Kinder-Uni, von den Medien wie von den Kindern selbst gut aufgenommen.

Inzwischen wird das fruchtbare Zusammentreffen von Schülern einerseits, Wissenschaft und Forschung andererseits an vielen Stätten betrieben. Und von der Öffentlichkeit vielleicht weniger wahrgenommen als die genannten "Kinder-Unis", die sich meist an die Altersgruppe der Acht- bis Zehnjährigen wenden, von finden sich viele Angebote auch für ältere Schüler.

Doch wie gut sind diese Projekte nun? Der Wettbewerb "Schule trifft Wissenschaft" hat es sich zur Aufgabe gemacht, besonders herausragende Initiativen zu unterstützen. Originell und innovativ sollen sie sein; natürlich qualitativ anspruchsvoll und dass die Schüler eigenständig arbeiten, versteht sich von selbst. Echte kleine Forschungsprojekte eben. Verantwortlich für den Wettbewerb zeichnet die Robert-BoschStiftung, die Schirmherrschaft hat die Bundesministerin für Bildung und Forschung übernommen und das Preisgeld beträgt insgesamt 90.000 Euro.

In der letzten Woche ging es in die diesjährige Entscheidungsphase: Über sechzig Bewerbungen sind eingegangen und haben der Jury unter Vorsitz des Nobelpreisträgers Erwin Neher die Wahl sehr schwer gemacht. Nominiert wurden schließlich acht Projekte; drei von ihnen werden letztlich mit einem Preis bedacht, der im September in Berlin feierlich überreicht wird.

Heidelberger Science Lab
Die Gewinner 2009: Das Heidelberger Life-Science Lab mit Laudator Prof. Erwin Neher (3. v. l.)
© Robert-Bosch-Stiftung
Im letzten Jahr wurde der Preis erstmalig vergeben. Der damalige Gewinner des Hauptpreises, das Heidelberger Life-Science-Lab, hat denn auch einiges vorzuweisen: So werden mehr als 15 Arbeitsgruppen betreut. Der Schwerpunkt liegt zwar in der konkreten naturwissenschaftlichen Arbeit, doch auch die philosophischen und ethischen Fragen der Forschung werden behandelt. Seit acht Jahren betreibt das Deutsche Krebsforschungszentrum schon in solcher Form erfolgreiche Jugendarbeit.

Schule trifft Wissenschaft - Jena
Schüler des Otto-Schott- und des Carl-Zeiss-Gymnasiums in Jena vor dem MPI für Biogeochemie.
© Robert-Bosch-Stiftung
Eine so lange Historie kann keines der diesmal nominierten Projekte vorweisen. Immerhin seit 2006 besteht "Schüler [U]nternehmen Forschung", ein Gemeinschaftsprojekt von wissenschaftlichen Partnern wie der Universität Jena und dem Max-Planck-Institut für Biogeochemie mit Schulen der Jenaer Umgebung. Die Themen stammen aus den Bereichen Optik/Licht und Klimawandel.

Das einzige Projekt, welches sich nicht vornehmlich an Gymnasien und Gesamtschulen richtet, wird vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt betrieben. Das Schülerlabor des DLR gibt interessierten Hauptschülern die Gelegenheit zum selbstständigen Experimentieren und zum "Begreifen" der aerodynamischen Gesetze.

Es müssen aber nicht ganze oder gar mehrere wissenschaftliche Institutionen, möglichst mit schon existenten Schülerlaboren sein, die in exemplarischer und preiswürdiger Weise Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Schule paktizieren. Auch engagierte Einzelpersonen können den Jugendlichen Einblicke in echte Forschungsarbeit bieten. Und so arbeiten dann Oberstufenschüler gemeinsam Mitarbeitern des Instituts für Tierökologie der Universität Bielefeld an der genetischen Katalogisierung von Nematoden mit. Oder es werden Bodenformationen der Umgebung wissenschaftlich untersucht, wie im niedersächsischen Esens unter Mithilfe von Utrechter Wissenschaftlern. Gerade wenn es viele auch kleinere Projekte gibt, kommen immer mehr Schüler in den Genuss solcher Möglichkeiten. Wettbewerbe wie "Schule trifft Wissenschaft" leisten ihren Anteil daran, solches Engagement bekannt zu machen und damit zur Nachahmung anzuregen.


07.05.2010



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