Für die optimale Verbreitung der eigenen Gene wäre es allerdings noch effektiver, jegliche Zusammenarbeit allein auf die Familie zu beschränken. Schließlich gibt auch die Verwandtschaft einen Teil des gemeinschaftlichen Erbgutes an die Folgegenerationen weiter. Sollte in der Natur also bevorzugt Vetternwirtschaft herrschen? Das lässt sich im Falle wildlebender Tiere nur sagen, wenn klar ist, ob ein kooperierendes Gespann verwandt ist. Dafür allerdings braucht man zuverlässige Genanalysen und eine Gruppe tierischer Probanden, die groß genug ist, um an ihr das Ausmaß des Nepotismus zu beurteilen.
Ist Blut also nun dicker als Wasser? Wirklich zeigte sich, dass Söhne einer gemeinsamen Mutter öfter zusammenarbeiteten als nicht verwandte Paarungen ähnlichen Alters. Dennoch beschränkte sich die Kooperation nicht auf die Sippe. Die Schimpansenmännchen gingen sehr häufig auch Allianzen mit anderen Schimpansen ähnlichen Alters ein, von denen sie erwarten konnten, dass sie auch in kommenden Jahren noch Interessen teilen würden. Die Forscher beobachteten also ein gewisses Maß an Familienklüngel, aber weit weniger, als mancher erwartet hätte.
Unsere nächsten Verwandten zeigen also durchaus einen gewissen Familiensinn, aber nicht nur: In vielen Fällen sind die geteilten Interessen Gleichaltriger wichtiger als die gemeinsame Mutter – Zweckgemeinschaft siegt über Blutsbande.







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