Beobachten sie einen Erwachsenen dabei, wie er mit der Stirn ein Licht anmacht, ist ihnen das viel zu umständlich – sie nehmen lieber die Hand zu Hilfe, um Licht zu machen. Das tun sie allerdings nur dann, wenn der Erwachsene bei seiner Vorführung seine Hände anderweitig beschäftigt. Hat er jedoch seine Hände frei und könnte daher den Schalter auch mit der Hand erreichen, betätigen die Babys den Lichtschalter genau wie der Vorführende mit dem Kopf – diese umständliche Technik musste ja wohl einen verborgenen Sinn haben.
Tieren wird diese Fähigkeit, das Ziel einer beobachteten Handlung zu erkennen, gemeinhin abgesprochen. Dennoch erweisen sich manche unter ihnen in dieser Beziehung als äußerst gelehrig, wie Friederike Range von der Universität Wien zusammen mit ihrem Team nun herausfand.
Auch Hunde sind demnach sehr wohl in der Lage, das Ziel einer Handlung eines Artgenossen zu erkennen und die Aktion selektiv nachzuahmen. Nun gilt es herausfinden, ob dieses Verhalten spezifisch für Hunde ist und ob womöglich die Domestikation des Hundes durch den Menschen eine Rolle spielt. Schließlich ist der Hund dank der Zucht mit dem Ziel, mit dem Menschen kommunizieren zu können, wie kein anderes Tier ein Meister darin, Zeichen von Menschen zu erkennen und verstehen. Und über den Begriff "Intelligenz" lässt sich bekanntlich trefflich streiten.


Freie Wissenschaftsjournalistin


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