Die Zukunft des Wilkins-Eisschelf ist gefährdet: Nur noch eine kleine Barriere schützt es vor dem Einfluss von Wetter und Gezeiten.
Die neuen Erkenntnisse von Eric Steig von der University of Washington in Seattle und seinen Kollegen dürften den britischen Forscher nicht beruhigen, widerlegt ihre Arbeit doch das lange vorgetragene Mantra, große Teile der Antarktis würden sich dem globalen Aufheizungstrend entziehen. Dieser These zufolge sollte sich der Eiskontinent trotz der starken Erwärmung auf der Halbinsel netto sogar noch weiter abkühlen, weil über den deutlich größeren Landmassen der West- und Ostantarktis die Temperaturen weiter fielen. Der Grund: das Ozonloch. Dieses verstärkt durch sein winterliches Ausdünnen die atmosphärische Zirkulation um die Antarktis, weshalb der Luftmassenaustausch mit höheren – wärmeren – Breiten unterbunden wird. Dies kühle die Antarktis weiträumig zunehmend aus, so die vorherrschende Meinung.
Neue Datenauswertungen zeigen: Die Antarktis hat sich im Gesamten in den letzten 50 Jahren erwärmt – auch wenn der Temperaturanstieg regional unterschiedlich ausfiel (je dunkler, desto stärker).
Die Westantarktis gelangt daher öfter in den Einflussbereich relativ warmer und feuchter Luftmassen, die Schnee bringen, aber auch mildere Bedingungen. Zugleich beeinflusst das Ozonloch diese Kontinenthälfte schwächer, so dass der Kühleffekt ausfällt und stattdessen die Temperaturen überproportional steigen. Ihre Zunahme überwiegt jene Abnahmen, die in wenigen Teilbereichen östlich des Transantarktischen Gebirges in den letzten Jahrzehnten aufgetreten sind.









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