Klimadebatte
Wolkige Projektionen
Nachweislich zuverlässige Klimavorhersagen sind noch nicht möglich. Umso mehr wird die Diskussion über den Klimawandel von ökonomischen und politischen Interessen bestimmt. Sie sollten offengelegt werden.
Die wissenschaftliche Debatte geht jedoch auch nach dem Fourth Assessment Report des IPCC weiter. Viele Details des Klimas und des Klimawandels müssen erst noch erforscht werden. Und vor allem sollte man bei der Einschätzung der Warnungen beachten, dass die Zuverlässigkeit eines der wichtigsten Instrumente, auf dem sie beruhen, nach wie vor nicht erwiesen ist. Trotz aller Fortschritte steht noch immer nicht fest, dass sich mit Klimamodellen das Klima tatsächlich korrekt vorhersagen lässt. Den Modellen fehlt eine entscheidende wissenschaftliche Qualifikation: Es war bislang unmöglich, ihre Vorhersagegüte rigoros zu testen.


Sven Titz arbeitet als promovierter Meteorologe und freier Wissenschaftsjournalist in Berlin.
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1. Interessenverflechtungen
29.03.2007, Henning Thielemann2. Kühler Kopf in Zeiten der Massenhysterie
30.03.2007, Dr. Peter HellerEs ist aber nicht nur so, dass die Klimamodelle unzureichend und die ihnen zugrundeliegenden Hypothesen beispielsweise zum Strahlungshaushalt der Erde hochspekulativ sind, allein schon die Messung eines scheinbar so einfachen Parameters wie der "globalen Durchschnittstemperatur" übersteigt bei weitem unsere Möglichkeiten. In schöner Regelmäßigkeit müssen Interpretationen entsprechender Daten über Ozeane, über verschiedene Schichten der Atmosphäre und aus historischen Quellen wie Baumringen, Eisbohrkernen oder Fossilien abgeleitete Werte revidiert werden. Ganz davon abgesehen, dass unklar ist, welche physikalische Relevanz ein durch den Menschen künstlich definierter Wert für das Klima überhaupt hat. Man kommt ja auch nicht auf die Idee, die "durchschnittliche Farbe" einer Stadt für Aussagen über das mögliche Bevölkerungswachstum heranzuziehen.
In der aktuellen Diskussion ist außerdem das Maß für die Dimensionen völlig verloren gegangen. Wir leben eigentlich in einer Eiszeit auf einer Wüstenwelt, die fast ausschließlich von einzelligen Lebewesen besiedelt wird. Jedes größere Erdbeben, jeder größere Vulkanausbruch, selbst ein größerer Wirbelsturm spotten über den Energieumsatz der Menschheit und sollten uns eigentlich bescheidener zurücklassen. Die Klimahysterie in Politik und Medien erscheint nur mehr als ein schlimmer Rückfall in anthropozentrische Gedankenwelten des Mittelalters.
Es ist interessant, wie ein sich selbst organisierendes System aus Politik, Medien, dem IPCC und verschiedenen Lobbygruppen und Beratungsunternehmen sich gegenseitig befruchtet und gemeinsam die Öffentlichkeit verdummt.
Dieser Mechanismus wird in einigen Jahren Forschungsthema an Hochschulen sein. Herr Titz vergisst dabei in seinem Abriss über die unterschiedlichen Motivationen der Beteiligten, dass das IPCC ebenfalls nicht so sehr dem Weltklima, sondern eher der Gewinnung von Forschungsgeldern für das angeschlossene Netzwerk an Klimaforschern verpflichtet ist.
Wie subtil der Mechanismus funktioniert, auch dafür liefert der Artikel von Herrn Titz den klaren Beleg. Er möchte eben nicht behaupten, man müsse sich über den Klimawandel keine Sorgen machen. Dabei sagt er im Kern genau das:
Man muss sich eben keine Sorgen machen, wenn der wissenschaftliche Ast, auf dem die Mahner sitzen, so dünn ist, wie beschrieben (man muss sich dann höchstens Sorgen über die Mahner machen). Oder anders gesagt: Man muss sich über den Klimawandel etwa genau so viel Sorgen machen wie über die Möglichkeit, daß bald mordlüsterne, schleimige Aliens mit Sonnenbrillen die Erde überfallen. Denn es gibt für beides keinen Gegenbeweis. Wie man es schafft, allein mit dem Fehlen eines Gegenbeweises eine "Wahrheit" zu begründen, nun ja, dafür sind Theologen Experten. Und der religiös-inquisitorische Aspekt der Klimadebatte spiegelt sich ja auch in dem Fanatismus wider, mit dem die so genannten "Skeptiker" verteufelt oder totgeschwiegen werden.
Nein, es existiert kein wissenschaftlicher Konsens über den Klimawandel und schon gar keiner über den menschlichen Einfluss auf denselben. Der jüngste IPCC-Bericht hat nur eine positive Seite: Er beendet die wissenschaftliche Auseinandersetzung nicht, er setzt erst den Impuls für ihren wirklichen Beginn.
Und was Herr Titz auch zu erwähnen vergaß: Es ist ohnehin zu kalt auf dieser Erde. Ja soll es denn noch kälter werden? Das Klima ändert sich, ob wir wollen oder nicht, und das Klima hat sich in der Vergangenheit auch schon schneller geändert als für die Gegenwart behauptet. Ich hoffe dann aber doch, dass es wärmer wird. Denn davon profitieren wir insgesamt mehr, als wir dadurch verlieren.
3. Energieverknappung viel bedrohlicher
30.03.2007, Dr. Karleugen Habfast, BremenGleichwohl wundere ich mich immer wieder, dass die mit viel höherer Sicherheit vorhersagbare Verknappung der fossilen Energie und die damit einhergehende drastische Verteuerung, einschließlich verheernder Ressourcenkriege, nicht als die viel gefährlichere Bedrohung empfunden wird:
Deutlicher: Wir werden uns die elementare Basis unserer modernen Zivilisation mit hoher Sicherheit - weit mehr als 90% - in historisch absehbaren Zeiträumen nicht mehr leisten können. Möglicherweise viel früher, als bis wir Gelegenheit bekommen werden, die Richtigkeit der derzeitigen Klimahypothesen zu verifizieren.
Nach meinem Dafürhalten sollte man sich deshalb viel intensiver, auch politisch, darauf konzentrieren, einen Energie-Wandel, technisch und verhaltensmäßig, zu vollziehen oder diesen wenigstens verbindlich zu planen. Notfalls auch unter Verwendung fossiler Energie, solange wir uns wenigstens das noch leisten können. Hilfreich, aber wohl aussichtslos, wäre dafür ein mit ähnlich ‘wissenschaftlicher’ Sorgfalt durchgeführter Versuch, die noch vorhandenen Ressourcen genauer zu quantifizieren und zu qualifizieren. Warum nicht auch mit UN-Hilfe? Wir hätten auf diese Weise wenigstens die Mittel, die nächste Katastrophe, auf die wir zusteuern, ein wenig hinauszuschieben.
4. Enttäuschend
02.04.2007, Marcel Hänggi, Wissenschaftsredakteur, ZürichIPCC-Zustandsberichts von 2001? Von einem Wissenschaftsmagazin hätte ich erwartet, dass es auf die Forschungen eingeht, die sich diesen Fragen widmen (etwa die von Amy Dahan vom Pariser CNRS).
Dass es nicht nur die Beschwichtiger sind, die auf die Klimawissenschaft Einfluss nehmen, ist ebenfalls trivial; ein paar simple Fragen hätte es auch dazu gebraucht: Wer hat mehr Macht und ist besser organisiert, die Erdöl- oder die Versicherungsindustrie? Welche Industrielobby hat den letzten IPCC-Vorsitzenden, Robert Watson, zu Fall gebracht? Welche Staaten sind im IPCC stärker vertreten: die Hauptverursacher des Klimawandels oder die Haupt-Leidtragenden? Welches Interesse sollten Regierungen daran haben, den Klimawandel drastischer erscheinen zu lassen, als er ist, wenn sie nicht einmal die Kioto-Verpflichtungen einzuhalten vermögen? Haben die im Artikel genannten Anhänger der Gaia-Hypothese, evangelikalen Christen und Antiamerikanisten einen vergleichbaren Einfluss wie orthodoxe Ökonomen, die die Arbeitsgruppe III des IPCC dominieren (und die Szenarien liefern, die der Arbeitsgruppe I zugrunde liegen)?
Wenig hilfreich ist auch der Verweis auf Popper: Prognosen, die ein Ereignis betreffen, das nur einmal eintritt, können dem Kriterium der Falsifizierbarkeit gar nicht genügen (jeder Arzt, der den Krankheitsverlauf bei einem ganz bestimmten Patienten abschätzen und entsprechend handeln muss, steht diesem Problem gegenüber). Auf Popper zu beharren hieße da, auf jegliches Handeln zu verzichten.
5. Es geht um Schadensbegrenzung!
12.04.2007, Karl-Heinz Haid, Isny-BeurenAber bei Klimaprognosen handelt es sich nicht um wissenschaftliche Theorien, ja nicht einmal um Hypothesen, denn zu diesen müssten Experimente machbar und wiederholbar sein, die ihre Relevanz erhärten könnten. Eine Klimaprognose ist nicht mehr als eine wissenschaftlich fundierte Prophetie; aber auch nicht weniger! Und wie bei allen Prophezeiungen geht es nicht darum, wie richtig oder falsch sie sind, sondern darum, durch vernünftiges Handeln die vorhergesagten Konsequenzen möglichst zu vermeiden oder ihnen zum Durchbruch zu verhelfen. Wichtig ist auch nur, dass die Anfangswerte der ihnen zu Grunde liegenden Rechnungen stimmen, wobei der Streit darüber, wie viel daran säkulare Fluktuation und wie viel antropogen ist, ebenso müßig ist, wie der Streit wer im Kinderzimmer die Unordnung gemacht hat. Es geht ums Aufräumen!
Dabei interessiert nicht, ob das Leben auf dieser Erde den bevorstehenden Klimawandel übersteht, und auch nicht, ob es in einigen Jahrhunderten noch Menschen – Eskimos oder Buschmänner (?) – auf Erden gibt; sondern ob es gelingt die menschliche Zivilisation zu erhalten. Dazu müssen wir uns einerseits auf allerlei Wetterkapriolen einstellen und andererseits versuchen, die Ursachen für den Wandel möglichst nicht weiter zu verstärken. Es geht um Schadensbegrenzung.
Es ist auch letztlich nicht entscheidend, welchen Glauben wir haben, den an die zufallgenerierte Evolution oder den der Kreatonisten. Wir stecken in diesem Prozess und können höchstens unsere Handlungsmotivation daraus gewinnen, ob wir glauben, ihn beeinflussen zu können oder – im Sinne von Bewährung – ihn beeinflussen zu müssen. Natürlich können wir uns auch in unser Schicksal ergeben oder warten, bis die Propheten sich einig sind, mit welchen minimalen Einschränkungen wir möglichst ungeschoren davon kommen. Oder wir können die Dinge, die da kommen werden, mit wissenschaftlicher Akribie protokollieren um herauszufinden, wer mit seinem Computer die richtigere Prognose erstellt hat. Jedenfalls werden wir nie zum Ausgangspunkt zurück können, um zu sehen, ob es mit anderen Maßnahmen besser gelaufen wäre.
Bei der Frage, wer von der Klima-Prognosen-Diskussion profitiert, hat Herr Titz eine wichtige Gruppe übersehen: die Geowissenschaftler! Sie haben ein fundamentales und legitimes Interesse daran, die Diskussion in der Schwebe zu halten, um Geld für neue und zur Weiterführung der bestehenden Projekte zu erhalten.
6. Was aber begrenzt den Schaden?
13.04.2007, Reiner Vogels, Swisttal-OdendorfIm übrigen hat Herr Tietz bei der Aufzählung der Interessen, die die Klimakatastrophenszenarien anheizen, eine wichtige, vielleicht die entscheidende Gruppe vergessen: Es sind die politischen Eliten überall in den westlichen Demokratien, die auf diese Weise ein wohlfeiles Argument zur Einführung aller möglichern neuen Steuern (aktuell z.B. Flugbenzinsteuer) finden und dankbar aufgreifen.
7. Einfluß der Sonne auf Wolkenbedeckung wird ignoriert
13.04.2007, Gerd Zelck; Fachenfelder Weg 129, 21220 SeevetalBei der etablierten Wissenschaft an vorderster Front verbreitet das „Potsdam Institut für Klimafolgenforschung“ (PIK) die Katastrophenszenarien. Es wurde 1992 mit staatlichen Mitteln aus der Taufe gehoben, als der erste UN-Klimagipfel in Rio stattfand. Das Institut verkündet nur mögliche negative Auswirkungen einer globalen Erwärmung. Ich habe noch nie von möglichen positiven Auswirkungen wie z.B. einer Zunahme der Agrarflächen auf der Nordhalbkugel zur Ernährung der weiter wachsenden Menschheit gehört. Was soll schlecht daran sein, wenn in Südgrönland wieder Ackerbau und Viehzucht möglich wird wie zur Zeit vom „Erik den Roten“ während des Klimaoptimums im Mittelalter? Auch, dass die in den kalten Zonen wohnenden Menschen weniger Heizenergie aufwenden müssen, ist bei den knapper werdenden Energieressourcen doch wohl positiv zu werten. Ebenso das Zurückziehen des Polareises für die Schiffahrt. Was wäre, wenn wir uns in einer Phase des Klimaabschwungs befänden und einer neuen kleinen Eiszeit zusteuern würden (kommt auch wieder)? Wäre das wünschenswerter?
Die Erde ist ein so genannter Wasserplanet mit selbstregulierenden Prozessen (negativen Rückkopplungen) in einem weiten Schwankungsbereich bei der Oberflächentemperatur. Hierbei spielt der Latentwärmetransport des Wasserdampfes von der Erdoberfläche weg in größere Höhen der Troposphäre eine wichtige Rolle. Wasser in allen seinen drei Aggregatzuständen ist hierbei der größte Strahler im Infrarot-Bereich und CO2 spielt eine nur untergeordnete Rolle.
Ein Erkennen der Zusammenhänge beim Klima halte ich für möglich. Es sollte deshalb weiter geforscht werden, allerdings nach wissenschaftlichen Kriterien ergebnisoffen und zweckfrei. Eine Interpretation darf nur auf der Grundlage von nachprüfbaren Meßergebnissen erfolgen. Scholastische Denk- und Handlungsweisen müssen aus der staatlich bezahlten Forschung herausgehalten werden.
8. Argumente der Klimaskeptiker nur Rhetorik
22.04.2007, Dr. Karl Mistelberger, ErlangenMit dem Artikel von Sven Titz und dem dazugehörigen Editorial konnte ich mich trotzdem nicht anfreunden. Als Wissenschaftler kommt beim Durchlesen das Gefühl auf, dass hier etwas nicht stimmt.
Ich will jetzt nicht den Artikel Punkt für Punkt auseinandernehmen, sondern mich auf die Ozeantemperaturen beschränken. Obwohl ich nicht davor zurück schrecke, in wichtigen Fragen selbst Recherchen durchzuführen, bin ich froh, dass Gavin A. Schmidt mir die Mühe abgenommen hat:
http://www.realclimate.org/index.php/archives/2007/04/ocean-cooling-not/
Während Titz behauptet, "... lässt sich Entwicklung des ozeanischen Wärmehaushalts bisher nicht richtig simulieren und die Temperaturmessungen sind umstritten ... die oberen Meeresschichten haben zwischen 2003 und 2005 etwa 20% der Wärmeenergie verloren, die sie seit 1955 aufgenommen haben.", sieht der Wissenschaftler vom Fach die Probleme durchaus richtig und korrigiert umgehend seine Veröffentlichung.
Bei mir verstärkt sich der Eindruck, dass grundsätzlich und unabhängig von der Faktenlage die Schablone gefahren wird, es gäbe zwei äquivalente Seiten und beide Seiten verdienten dieselbe Aufmerksamkeit. Meiner Erfahrung nach ist dies aber nicht der Fall. Die Argumente der Klimaskeptiker sind in den meisten Fällen nur Rhetorik und werden umgehend widerlegt.
Ich würde es begrüßen, wenn Spektrum der Wissenschaft in Zukunft wieder zur altmodischen Praxis zurückkehren und darauf verzichten würde, vorschnelle Schlussfolgerungen zu ziehen.
9. Modelle helfen das Erdklima zu verstehen
23.04.2007, Florian Böhm, KielBei der weitaus naheliegenderen Überprüfung der Klimamodelle am Klima des letzten Jahrhunderts behauptet Herr Titz, es gäbe eine Menge fataler Probleme. Er nennt von diesen allerdings nur zwei: Eine kurzzeitige Abkühlung der Ozeane und Probleme mit Sonden zur Ermittlung von Meerestemperaturen. Ersteres Problem ist inzwischen gelöst. Es hat sich als Artefakt herausgestellt (http://www.realclimate.org/index.php/archives/2007/04/ocean-cooling-not/#more-436).
Das zweite Problem ist im Artikel von Herrn Titz falsch dargestellt. In ihrer Arbeit in den Geophysical Research Letters schreiben Gouretski und Koltermann das der Wärmegehalt der Ozeane zwischen 1957-1966 und 1987-1996 um 12*1022 Joule zugenommen hat. Die ältere, angeblich falsche Arbeit von Levitus, Antonov und Boyer, die 2005 in der gleichen Zeitschrift erschienen ist, berichtet für den gleichen Zeitraum von einer Wärmezunahme von ca. 10*1022 Joule. Letzteren Wert verwendete Hansen in dem von Titz zitierten Artikel (Spektrum d. Wiss., Januar 2005, S. 50) als Bestätigung für die Richtigkeit eines Klimamodells. Die als fatales Problem dargestellte Unstimmigkeit existiert also gar nicht.
Ein weiteres angebliches Problem für die Klimamodellierung ist die Vorhersage von El Nino-Ereignissen. Herr Titz verwechselt hier die Vorhersage eines Wetterphänomens (eines einzelnen El Nino-Ereignisses) mit der Vorhersage von Klimaänderungen. Das ist verwunderlich da gleich zu Beginn seines Artikels Klima als Wetterdurchschnitt über einen Zeitraum von 30 Jahren definiert wird. Was Klimamodelle leisten müssen, ist die durchschnittliche Häufigkeit von El Ninos in Intervallen von 30 Jahren vorherzusagen, nicht einzelne Ereignisse.
Angenommen, Klimamodelle sind tatsächlich so unsicher, wie der Artikel behauptet. Dann bedeutet das für Herrn Titz offenbar ganz selbstverständlich, dass es keine nennenswerte, anthropogene Erderwärmung geben wird. In der Tat gehen die Unsicherheiten aber in beide Richtungen. Ein ungenaues Klimamodell kann durchaus auch eine zu geringe Erwärmung prognostizieren. Die Folgen könnten noch weitaus katastrophaler sein, als es gerade von der IPCC-Arbeitsgruppe II prognostiziert wurde.
Völlig unverständlich bleibt, warum Herr Titz die 90% Wahrscheinlichkeit für den anthropogenen Urpsrung der beobachteten Erderwärmung von 0,7 Grad im letzten Jahrhundert schlichtweg für unzureichend erklärt. Die Abkehr von fossilen Brennstoffen ist eine große Chance für die Menschheit. Man denke nur an Streitigkeiten und Gerangel um Erdöl, Erdgas und Kohle, die schon mehrere Kriege ausgelöst haben. Ganz davon zu schweigen, dass fossile "Brennstoffe" wertvolle Chemiegrundstoffe sind und dass ihre Vorkommen in absehbarer Zeit sowieso zur Neige gehen werden. Selbst ohne eine unmittelbare Klimabedrohung wäre eine Abkehr von dieser Rohstoffvergeudung sinnvoll.