Aber führen Variationen an dieser Stelle auch zu Unterschieden im Bindungsverhalten? Um das zu beantworten, nahmen die Wissenschaftler die Ergebnisse einer Studie mit 552 Zwillingspaaren und deren Partnern. Darin wurden sowohl der Beziehungsstatus, Treue und Verbundenheit der Ehepartner sowie Eheprobleme, wie auch die genetische Disposition der Studienteilnehmer erhoben. Im Vergleich des Erbgutes fiel ein bestimmter Polymorphismus, die Ausprägung "334", schließlich negativ auf.
Denn Männer mit der Variante 334, immerhin 40 Prozent der Studienteilnehmer, führen seltener glückliche Beziehungen als Männer ohne. Sie sind passenderweise zudem vergleichsweise öfter unverheiratet oder geschieden. Der Genotyp der Männer zeigt sogar einen Zusammenhang dazu, wie deren Frauen die Qualität ihrer Beziehung wahrnehmen – leider mehrheitlich eher schlecht, wenn ihr Mann diese Ausprägung hat.
Ein Todesurteil für alle Beziehungen von und mit 334-Männern ist dies trotzdem nicht. Auch wenn 34 Prozent ihrer Beziehungen kriseln, scheinen die restlichen 66 Prozent zu funktionieren. Bei Männern ohne diese Genvariation sind im Vergleich jedenfalls mehr glücklich, nämlich 85 Prozent.
Der 334-Polymorphismus bekommt schon länger wissenschaftliche Aufmerksamkeit, man vermutet einen Zusammenhang mit Autismus. Diese krankhafte Form des extreme Rückzugs in sich selbst auf der einen sowie die ausgeprägte Fähigkeit zu enger partnerschaftlicher Verbundenheit auf der anderen Seite sind womöglich Extrempunkte menschlicher Interaktion, bei denen jeweils die Ausprägung des Allels 334 eine Rolle spielen könnte. Diese Ausprägung, so spekulieren Wissenschaftler, entscheide mit darüber, wie intensiv Betroffene Kommunikation für notwendig und soziale Kontakte für wünschenswert halten.





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