Die neue Entwicklung eines kleinen Schachtkraftwerks wirbt nun mit der Lösung dieser Probleme: Seine einfache Konstruktion soll Kosten sparen, so dass es auch an geringeren Flussgefällen mit nur ein bis zwei Metern rentabel arbeitet. Gleichzeitig schone seine Bauweise Umwelt und Lebewesen, so die verantwortlichen Entwickler. Die patentierte Apparatur könnte dadurch an bislang ungenutzten Standorten zur Stromerzeugung genutzt werden.
Dazu wird ein Schacht vor die weiterhin nötigen Stauwehre in das Flussbett gegraben, damit er sich vollständig unter Wasser befindet. An der oberen Öffnung strömt das Wasser dann in die Kiste hinein, treibt die darin befindlichen Turbinen an und strömt an der Wehrunterseite wieder hinaus. Ermöglicht wird dies durch Generatoren, die gänzlich unter Wasser arbeiten können. Diese machen das Maschinenhaus am Uferrand überflüssig. Gegenüber einer herkömmlichen Anlage fallen die Kosten für dieses Schachtkraftwerk um bis zu 50 Prozent niedriger aus, da eine standardisierte Form der "Kraftwerks-Kisten" serienmäßig hergestellt werden könnte. "Je nach Bedarf und Finanzkraft des Betreibers kann so vom Privatbetreiber bis zur Stadtverwaltung jeder sein eigenes Wasserkraftwerk betreiben", meint Albert Sepp von der Versuchsanstalt für Wasserbau der TU München.
Rocco Buchta, Leiter des NABU-Instituts für Fluss – und Auenökologie, sieht dies skeptisch: "Jedes Wasserkraftwerk ist ein Fremdkörper im Fluss – durch sie entsteht eine Konkurrenz um das Wasser zwischen Kraftwerk und der natürlichen Flussströmung." Denn je mehr Wasser für die Energieerzeugung abgeleitet wird, desto geringer fällt die Strömungsmenge aus, welche Fische zum Überqueren von Wehren benötigen. Aus diesem Grund bewertet der Naturschützer größere Anlagen auch weniger kritisch, da hier in der Gesamtheit mehr Wasser zur Verfügung stehe. "Der Eingriff in die Flussdynamik ist bei großen Wasserkraftanlagen nicht so verheerend. Man muss jetzt in der Anwendung sehen, wie ökologisch sinnvoll dieses Schachtkraftwerk arbeitet", so seine Einschätzung. Der erste Prototyp der Neuentwicklung zeigt ab Frühjahr 2011, ob er den hohen Erwartungen auch in der freien Natur entspricht.






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