Einzigartiges Forschungsambiente
Hunderte in- und ausländischer Forscher zeichneten in der Folge Tausende von Daten unterschiedlicher Pflanzen- und Tierarten auf, die ein ziemlich genaues Bild von den ökologischen Zusammenhängen im Regenwald und den Folgen der Lebensraumzerstückelung aufzeichnen – vom Verlust ganzer Tiergruppen bis hin zu grundlegenden Veränderungen der ökologischen Kreisläufe. Zusammen mit ähnlich gearteten Studienprojekten wie Barro Colorado im Panama-Kanal, La Selva in Costa Rica oder Pasoh in Malaysia revolutionierte das BDFFP die wissenschaftlichen Erkenntnisse über tropische Regenwälder. Eine der wichtigsten Erkenntnisse: "Innerhalb von 15 Jahren verliert ein hundert Hektar großes Restwaldstück die Hälfte seiner im Waldinneren lebenden Arten", mahnt Thomas Lovejoy, einer der führenden Mitarbeiter des Projekts.
Nun ist aber dieses einzigartige Unternehmen existenziell in seinem Fortbestand bedroht, wie die beiden Teilnehmer William Laurance vom Smithsonian Tropical Research Institute in Balboa in Panama und Regina Luizao vom National Institute for Amazonian Research in Manaus warnen.
"Wir kommen uns vor wie der kleine holländische Junge, der seine Finger in den lecken Deich steckt, dem aber langsam die Finger ausgehen, um alle Löcher zu stopfen"
(José Camargo)
Denn illegale, aber auch staatlich unterstützte Landnahme dringt immer weiter gegen die einzelnen Studienflächen vor und bedroht vor allem das Kernstück des Untersuchungsgebiets: ein sehr großes, unzerstückeltes und auch von Jagd kaum beeinflusstes Regenwaldareal, in dem noch die gesamte Großtierfauna wilder Natur wie Jaguar, Puma, Tapir oder Harpyien haust – kein anderes Projekt aus dieser Reihe kann das von sich behaupten.
(José Camargo)
Die Konflikte häufen sich
Rein landwirtschaftlich könnte die Unternehmung der SUFRAMA ohnehin wieder in einem Desaster enden wie jene von 1979: Die Böden nördlich von Manaus sind durchweg sehr arm und laugen schnell aus. Viele der damals gegründeten Viehfarmen wurden rasch wieder aufgegeben, während das BDFFP florierte. Diesmal könnte neben wirtschaftlichen Ruinen auch ein zerstörtes Forschungsprojekt stehen – vom Verlust eines wichtigen Ökosystems ganz zu schweigen.








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